| Friedrich
II., der Große (1712-1786)
Seinen Beinamen
"der Große" erhielt Friedrich II. nach dem zweiten
Schlesischen Krieg, das war im Jahre 1745.
Nach dem Siebenjährigen Krieg, dem dritten, den er um die
Provinz Schlesien führen mußte, nannte man ihn den
»Alten Fritz«, obwohl er erst 51 Jahre alt war. Von
Gicht und Sorgen gebeugt, kehrte er auf seinen Krückstock
gestützt nach Berlin, genauer gesagt nach Potsdam zurück.
Friedrich II. wurde am 24. Januar 1712 in Berlin geboren, als
Sohn Friedrich Wilhelms I., den die Geschichte den "Soldatenkönig"
nennt. Seine Mutter, Sophie Dorothea, die Tochter des Kurfürsten
von Hannover und Königs von England, war der musische Gegensatz
zu dem sehr strengen Vater. Zu ihr fühlte sich das empfindsame
Kind und später der junge Friedrich hingezogen. Von ihr fühlte
er sich in seiner Liebe zur Musik und Dichtkunst ebenso verstanden
wie von seiner älteren Schwester Wilhelmine. Obwohl in die
Rolle des Kronprinzen hineingeboren, stieß ihn alles Soldatische
ab. Als Achtzehnjähriger versuchte er einmal, die Armee heimlich
zu verlassen, aber die Flucht mißlang. Er wurde auf die
Festung Küstrin gebracht, und sein Helfershelfer, der Leutnant
Hans Hermann von Katte, wurde vor seinen Augen im Hof der Festung
enthauptet. Jetzt begriff Friedrich den eisernen Willen seines
Vaters und beugte sich ihm, auch als ihm Elisabeth Christine von
Braunschweig-Bevern zur Frau verordnet wurde. Dennoch begannen
mit dieser Ehe die vier glücklichsten Jahre in Friedrichs
Leben, auf Schloß Rheinsberg in der Mark Brandenburg, wo
er auch begann, dem französischen Philosophen Voltaire zu
schreiben. Später lud er ihn auch an seinen Hof ein. Friedrich
sprach fließend Französisch, Deutsch nur wie ein Kutscher.
Was er im
Jahre 1740 vorfand, als er nach dem Tod des Vaters König
von Preußen wurde, waren zusammenhanglose Länder: Ostpreußen,
Brandenburg und Besitzungen am Rhein. Der junge Mann hatte längst
begriffen, daß mit diesem Preußen kein Staat zu machen
war. Das wollte er ändern. Die Gelegenheit dazu fand sich,
als in Wien plötzlich der deutsche Kaiser starb und dessen
junge Tochter Maria Theresia Regentin der habsburgischen Erblande
wurde. Friedrich nutzte diese Gelegenheit aus und fiel im Dezember
des Jahres 1740 zum ersten mal mit seinem Heer in Schlesien ein
und besetzte Breslau. Dies war kein ruhmreicher Feldzug. Ein zweiter
und dritter folgten. Erst danach konnte sich Friedrich vollauf
seinem ausgebluteten Land widmen. "Ich bin", wie er
sich ausdrückte, "der erste Diener meines Staates."
So hat er sein königliches Amt aufgefaßt und danach
gehandelt.
"In meinem
Staat kann jeder nach seiner Fasson selig werden!" Auch das
galt. In Preußen fanden alle, die um des Glaubens Willen
aus ihrer Heimat davonziehen mußten, ein neues Zuhause.
Friedrich der II. gründete in Berlin die Akademie der Wissenschaften,
führte die Schulpflicht und die Pressefreiheit ein. Er wollte
in seinem Staat die Aufklärung, die geistige Unabhängigkeit
seiner Untertanen ermöglichen, und soweit es ihm möglich
war, hat er sie auch verwirklicht.
In seiner
Außenpolitik verlor er niemals die Großmacht Preußen
aus den Augen. Er hatte sie geschaffen und dafür mit der
Einsamkeit im letzten Abschnitt seines Lebens bezahlt. Nur seine
Hunde und sein Leibhusar waren in den letzten Lebenstagen bei
ihm, wenn er sich auf die Terrasse seines Schlosses Sanssouci
hinausgeleiten ließ. Dieses Schloß hatte er selbst
entworfen, und der große Baumeister und Architekt Knobelsdorf
hatte es ihm gebaut, auf einem brandenburgischen Sandhügel.
Hier, auf der Terrasse von Sanssouci, wollte er auch begraben
sein. Die Gruft dazu war vorbereitet. Aber es kam anders. Sein
Nachfolger hielt sich nicht an das Testament, er ließ den
Sarg in die Garnisonskirche von Potsdam bringen.
Die Zeitläufe
seit dem Todestag Friedrichs II. am 17. August 1786 krempelten
Deutschland um und brachten neue Grenzen. Und so kam es, daß
der Sarg Friedrichs des Großen bis 1993 in der Kapelle der
Hohenzollernburg in Hechingen/Württemberg stand. Das Geschlecht
der Hohenzollern hatte seinen Anfang auf dem Hohenzollern genommen.
Von dort sind sie ausgezogen über Nürnberg, Tangermünde
nach Berlin und Potsdam. Hier auf dem Hohenzollern hat er heute
nun wieder seine letzte Ruhestätte gefunden.
Johann
Wolfgang von Goethe - Deutschlands größter Dichter
Johann Wolfgang von Goethe im 70. Lebensjahr (Bild: Wikipedia
Commons - Stieler, Joseph Karl (17811858) - Public Domain
)
Goethe war
der berühmteste deutsche Dichter und einer der bekanntesten
Dichter der Welt. Er hat größte und schönste dichterische
Kunstwerke geschaffen und viele weise und richtige Erkenntnisse
ausgesprochen.
Goethe war
ein reichbegabter Mensch und lebenslang vom Glück begünstigt.
Er wurde 1749 in Frankfurt am Main geboren und wuchs in wohlhabenden
Verhältnissen auf. Sein Vater war ein gebildeter Mann, der
sein Leben nach strengen Grundsätzen führte, ohne daß
er einen richtigen Beruf gelernt hätte. Seine Mutter dagegen
war eine frohe, heitere Frau mit viel Wärme, Phantasie und
Humor. Beide Eigenschaften seiner Eltern hatte der Sohn geerbt.
In Leipzig
und Straßburg studierte Goethe auf Wunsch seines Vaters
Rechtswissenschaft. In seine Straßburger Zeit fällt
seine Liebe zu der jungen Friederike Brion in Sesenheim im Elsaß.
Goethe konnte alle seine Empfindungen - Liebe, Trauer, Schmerz
- mühelos in Worte kleiden. So hat er auch aus seiner Beziehung
zu Friederike die schönsten Liebesgedichte verfaßt.
Nach Abschluß
seines Studiums war Goethe Rechtsanwalt in Frankfurt, aber ohne
daß ihm seine Arbeit Spaß gemacht hätte. Er wäre
viel lieber ein unabhängiger Schriftsteller gewesen. Aber
dieser Beruf konnte ihn nicht ernähren.
Goethe hat
in seinem Leben viele Frauen geliebt. Sie gaben ihm immer wieder
Anlaß zu neuen Dichtungen. Aber geheiratet hat er zunächst
keine von ihnen. Er wollte seine Freiheit, seine Unabhängigkeit
behalten. Friederike und manche andere hat er unglücklich
gemacht, als er sie verließ.
Sturm- und
Drangzeit
Die jetzt
folgenden Jahre bezeichnet man als "Sturm- und Drangzeit",
in der man mehr das Gefühl betonte als den Verstand, wie
in der vorhergegangenen Aufklärung. Goethe schrieb jetzt
sein erstes Schauspiel, den leidenschaftlichen"Götz
von Berlichingen", und einige Jahre später das Trauerspiel
"Egmont". Aus seiner unglücklichen Liebe zur Verlobten
eines Freundes heraus entstand der Roman "Die Leiden des
jungen Werther", der Goethe weltberühmt machte. Manche
jungen Männer mit unglücklicher Liebe nahmen sich aufgrund
des Romans wie Werther das Leben.
1775 berief
der junge Herzog Karl-August von Weimar Goethe als Minister an
seine Residenz. Für den Dichter begann jetzt ein Leben strenger
Pflichterfüllung im Dienst des kleinen Herzogtums. An Frau
von Stein fand er in Weimar eine mütterliche Freundin. Es
entstanden Erzählgedichte (= Balladen) wie "Der Erlkönig"
und "Der Fischer". Aber erst die spätere Freundschaft
mit dem Dichter Friedrich Schiller regte Goethes dichterische
Schaffenskraft wieder neu und stark an .
Der abgeklärte
Klassiker
Mit Goethes
Reise nach Italien (1786-88) begann seine "klassische"
Periode. Die Dramen dieser Jahre wie "Iphigenie" und
"Torquato Tasso" betonen nicht mehr allein das Gefühl.
Vielmehr soll das Gefühl vom Verstand gebändigt und
veredelt werden. So soll sich der Mensch zu einem sittlich immer
vollkommeneren Wesen entwickeln.
Nach seiner
Rückkehr aus Italien nahm Goethe Christiane Vulpius, eine
junge Frau, in sein Haus, die er 1806 schließlich heiratete.
Sie gebar ihm mehrere Kinder, von denen aber nur sein Sohn August
am Leben blieb.
Goethe wurde
allmählich immer berühmter. Menschen aus vielen Ländern
pilgerten nach Weimar und erwiesen ihm ihre Verehrung. Er aber
zog sich immer mehr von den Menschen und ihren Meinungen zurück.
Er baute sich seine eigene Welt der Schönheit und der idealen
Formen auf. Er forschte in der Natur und beschäftigte sich
mit ihren großen Grundgesetzen.
Als sich in
Deutschland und Europa die Völker gegen Napoleons Fremdherrschaft
erhoben, verbot er seinem Sohn, sich an dem Freiheitskampf zu
beteiligen. Er verehrte Napoleon als großen Menschen, aber
er verabscheute zugleich Krieg und Blutvergießen. Den neu
aufkommenden nationalen und demokratischen Ideen stand er ablehnend
gegenüber.
Lebensende
Auch noch
im Alter ergriff Goethe immer wieder die Leidenschaft für
schöne und geistvolle Frauen. Aus seiner Beziehung zu Marianne
von Willemer entstand der "West-Östliche Diwan".
Bis ins höchste Alter - er starb 1832 im Alter von fast 83
Jahren - war Goethe von einer erstaunlichen Schaffenskraft. Seine
Lebenserinnerungen schrieb er auf in seinem Werk "Dichtung
und Wahrheit". Kurz vor seinem Tod vollendete er den 2. Teil
des Dramas "Faust", das zur Weltliteratur gehört.
In der Person des Faust schildert er den Weg des suchenden Menschen
aus der Verworrenheit des Lebens zur Erkenntnis seiner ewig-göttlichen
Bestimmung: Arbeit für das Wohl der Menschheit, Dienst für
die Gemeinschaft. Daraufhin wird Faust der Eingang in den "Himmel"
zuteil mit den Worten: "Wer immer strebend sich bemüht,
den können wir erlösen".
Selbsterlösung
Goethe sah
überall in der Welt eine göttliche Macht am Werk, besonders
in bedeutsamen Menschen und in den Gesetzen der Natur. Vor Christus
hatte er große Ehrfurcht. Jeder Mensch trägt Goethes
Meinung nach einen göttlichen Funken in sich. Damit kann
er sich aus eigener Kraft zu einem immer vollkommeneren Menschen
entwickeln. Deshalb ist der Mensch in seinem Kern gut. Diese Sicht
der Dinge kennzeichnet Goethe als Humanist.
Aber gerade
heute sehen wir an dem vielen Schrecklichen in der Welt, wie unvollkommen
und böse der Mensch ist und bleibt. Und wer ehrlich vor sich
selber ist, muß vor dem vielen Schlechten in sich und seinen
Gedanken erschrecken. Er muß erkennen, daß es eine
Selbsterlösung, wie Goethe sie proklamierte, nicht geben
kann.
Deshalb mußte
Jesus als Gottessohn in unsere Welt kommen und für uns am
Kreuz sterben. In ihm begegnen uns Gottes Liebe und sein Wille,
uns zu erlösen. Wenn wir Jesus in unser Leben hineinnehmen,
vergibt er uns unsere Schlechtigkeit, unsere Sünde, und macht
uns bis in unser Inneres hinein zu neuen Menschen.
Heinrich
Heine - Dichter und Kämpfer
1997 gedachten
wir des 200. Geburtstags des deutschen Dichters Heinrich Heine
(1797-1856). Heine ist im Ausland bekannter als in Deutschland;
denn es gab Zeiten, in denen viele Deutsche Heine wegen seiner
politischen Überzeugungen ablehnten, aber auch deshalb, weil
er Jude war.
Ein Romantiker
am Bankschalter
Heinrich Heine
wurde 1797 in Düsseldorf am Rhein geboren. Dort war sein
Vater Kaufmann. Heine liebte seine Eltern sehr.
Nach seiner
Schulzeit lernte er bei einem reichen Onkel in Hamburg, der eine
Bank besaß. Aber der Beruf des Bankkaufmanns gefiel ihm
nicht. Viel lieber schrieb er Gedichte.
In Bonn und
Göttingen studierte Heine dann Rechtswissenschaft. Er wollte
später einmal einen Beruf im Dienst des Staates ausüben.
Während des Studiums trat er vom jüdischen zum christlichen
Glauben über und ließ sich taufen. Er tat das aber
nur, weil er hoffte, als Christ eher eine Anstellung beim Staat
zu bekommen, als wenn er Jude wäre.
Jedoch auch
als Christ fand Heine in Deutschland beim Staat keine Anstellung.
Das lag auch daran, weil er an den staatlichen Verhältnissen
in Deutschland Kritik übte.
Ein großer
Dichter
Einerseits
war Heine ein Dichter. Er schrieb sehr schöne, schlichte
Gedichte. Nicht wenige von ihnen wurden vertont und zu deutschen
Volksliedern, z.B. "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten
".
Damals war
die Zeit der Romantik. Man betonte das Gefühl, die Phantasie.
So handeln auch Heines Gedichte oft von Liebe und von schönen,
edlen Gefühlen. Man sieht das zum Beispiel an folgendem Gedicht
an ein Mädchen:
Du bist wie
eine Blume,
so hold und schön und rein.
Ich schau dich an, und Wehmut
schleicht mir ins Herz hinein.
Mir ist, als
ob ich die Hände
aufs Haupt dir legen sollt,
betend, daß Gott dich erhalte
so rein und schön und hold.
Ein Kämpfer
für Freiheit und Gerechtigkeit
Andrerseits
war Heine jedoch auch ein Kämpfer für Freiheit, Demokratie
und Gerechtigkeit und für Brot für alle Hungernden.
Damals hatten
die Fürsten, der Adel und die reichen Fabrikanten viel mehr
Besitz und sehr viel mehr politische Rechte als das gewöhnliche
Volk. Heine griff die Aristokraten deshalb in seinen Schriften
scharf an, z.B. in seinen Reisebeschreibungen. Er forderte gleiches
Recht für alle Menschen. Manchmal übertrieb er auch
dabei und wurde verletzend und ungerecht. Er verspottete in geistvoller
und ironischer Weise alles Unnatürliche und Unechte im Zusammenleben
der Menschen.
Die Kirchen
unterstützten zu Heines Zeit oft den Adel und die Reichen.
Sie kümmerten sich nicht darum, daß in den Städten
Millionen von Fabrikarbeitern große Not litten. Viele Geistliche
predigten so von Gott, als wenn Gott ein Freund der Reichen wäre;
was aber nicht stimmt; denn Jesus war ein Freund der Armen und
nicht der Reichen.
Deshalb griff
Heine auch die Kirchen an. Er kritisierte und verspottete sogar
Gott, so wie die Kirchen Gott predigten: als einen Freund der
Reichen.
Deutschland
wird Heine zu eng
Schließlich
wurde Heine das Leben in Deutschland zu eng. Seine Schriften wurden
zensiert oder verboten; ihm selbst drohte Verhaftung. Deshalb
übersiedelte er 1831 nach Paris. In Frankreich herrschte
damals mehr Freiheit als in Deutschland.
Hier bemühte
sich Heine in seinen Schriften um eine Verständigung zwischen
Frankreich und Deutschland. Auch wenn er Deutschland manchmal
fast haßte - insgeheim liebte er es zeitlebens. Das zeigt
z. B. folgendes Gedicht:
Ich hatte
einst ein schönes Vaterland.
Der Eichenbaum
wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft -
es war ein Traum.
Das küßte
mich auch deutsch und sprach auf deutsch
(man glaubt es kaum,
wie gut es klang) das Wort: "Ich liebe dich" -
es war ein Traum.
Ein Leben
in Paris
In Paris heiratete
der Dichter Mathilde, eine junge Französin. Sie war ein einfaches
Mädchen ohne besondere Bildung. So viele Liebschaften Heine
vorher auch gehabt hatte - von jetzt an hing er treu und mit großer
Liebe an seiner Frau. Heine lernte in Paris auch Karl Marx kennen
und schätzen.
Heinrich Heine
liebte und genoß das Leben. Er war selbstbewußt und
auch etwas eitel. Er war nie sehr reich. Er hatte aber durch seine
Bücher und seinen Onkel in Hamburg immer genug Geld zum Leben.
Von schwerer
Krankheit gezeichnet
Doch etwa
von Heines 35. Lebensjahr an zeigte sich bei ihm eine schwere
Krankheit, eine Rückenmarktuberkulose. Dadurch wurde sein
Körper immer mehr gelähmt. Seine letzten Lebensjahre
mußte er völlig bewegungsunfähig im Bett liegen,
in seiner "Matratzengruft". Er war fast blind und litt
oft große Schmerzen. Aber sein Geist war bis zu seinem Tod
wach und lebendig.
Zwar hielt
es Heine sein Leben lang für richtig, für Demokratie
und Menschenrechte zu kämpfen. Aber am Ende seines Lebens
zweifelte er häufig an einem Fortschritt in der Menschheit.
Und sehen wir nicht heute, wie recht er hatte? Durch die große
Freiheit, die die Menschen bis heute überall in der Welt
gewonnen haben, werden die Reichen immer reicher und die Armen
immer ärmer. Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Drogenmißbrauch
und Anarchie nehmen immer mehr zu. Der Mensch kann eben nicht
aus eigener Kraft sich und die Menschheit glücklich machen.
Dazu braucht er Gott.
Rückkehr
zu Gott
So kehrte
auch Heine in seinen letzten Lebensjahren zu Gott zurück.
Er sagte: "Ich bin aus dem Unglauben zu Gott zurückgekommen.
Ich glaube jetzt an einen persönlichen Gott, der gütig,
weise und gerecht ist. Ich weiß: wenn ich sterbe, haben
meine Leiden ein Ende. Ich gehe dann zu Gott, der mir viel Freude
schenken wird."
Am Ende seines
Lebens ließ Heine sich viel aus der Bibel vorlesen und aus
den Büchern eines frommen deutschen Theologen. Von Zeitungen
wollte er nichts mehr wissen. Er starb im Frieden mit Gott. In
Paris liegt er begraben
Robert
Koch - Kämpfer gegen Bazillen und Bakterien
Was vielen
Wissenschaftlern und Medizinern mit all ihren Instituten und Laboren
nicht gelang, fand ein kleiner, armer Landarzt aus Posen. Er konnte
nachweisen, daß bestimmte Krankheiten von ganz bestimmten
Erregern hervorgerufen werden. Er fand diese Erreger, züchtete
sie in seinem Labor und erarbeitete Methoden, sie zu bekämpfen.
Er legte den Grundstein zur Volksgesundheit durch Hygiene und
zur Desinfektion und Sterilisation in der Medizin.
Ein preußischer
Landarzt
Geboren wurde
Robert Koch am 11. Dezember 1843 in Clausthal im Harz als das
dritte von 13 Kindern. Sein Vater war im Bergbau beschäftigt.
Robert Koch machte das Abitur und studierte anschließend
zuerst Mathematik, dann Medizin in Göttingen. Sein Leitspruch
schon in dieser Zeit lautete: "Niemals müßig!"
1866 wurde Robert Koch Assistenzarzt in Hamburg. Dort starben
zu dieser Zeit viele Menschen an Cholera. 1870/71 ging er als
ziviler Kriegsarzt an die Front. Anschließend wurde er Arzt
in der Nähe von Posen und heiratete.
Beginn eines
Forscherlebens
Zu dieser
Zeit wütete der Milzbrand unter den Viehherden in ganz Europa,
und viele Tiere starben daran. Dieser Krankheit wollte Robert
Koch auf den Grund gehen. Er sparte viel Geld für ein Mikroskop
und untersuchte damit gestorbene Tiere. Dabei fand er Millionen
von Milzbrandbazillen, die in langen Ketten oder zusammengeballt
den ganzen Körper des Tieres verstopften. Auch nach jahrelanger
Ruhe waren die Sporen dieses Bazillus fähig, neue Milzbrandbazillen
zu entwickeln. 1876 veröffentlichte Koch seine Forschungsergebnisse
an der Universität in Breslau. Weil man nun wußte,
was diese Bazillen zum Leben nötig haben, war man fähig,
sie erfolgreich zu bekämpfen. Die größte Entdeckung
auf dem Gebiet der Bakterien war geglückt.
Eine neue
Wissenschaft: Bakteriologie
Seine Erfolge
führten Robert Koch dazu, weitere Forschungen im Bereich
der Wundinfektionen zu betreiben. Denn oft starben Menschen, wenn
sie operiert wurden. Es gelang Koch, die verschiedenen Bakterien
mit unterschiedlichen Farben einzufärben, damit sie überhaupt
sichtbar wurden. Dadurch entdeckte er, daß das Operationsbesteck
oft nicht keimfrei war und so Menschen bei der Operation mit Bakterien
in Berührung kamen.
Als Regierungsrat
am Kaiserlichen Gesundheitsamt hatte Robert Koch die Möglichkeit,
zusammen mit vielen Assistenten weitere Untersuchungen durchzuführen.
Dabei gelang es ihm 1882, den Tuberkelbazillus nachzuweisen. Dies
war der Höhepunkt seiner wissenschaftlichen Laufbahn. Auch
die Erreger von Diphtherie und Typhus wurden von seinen Assistenten
erforscht. Expeditionen führten ihn durch die ganze Welt.
In Indien fand er den Cholerabazillus und bekämpfte ihn durch
die Reinhaltung des Trinkwassers. Durch die Entdeckung der Lebensweise
der Bakterien und Kochs Methoden ihrer Erforschung, schaffte er
die Voraussetzungen für die medizinische Wissenschaft, allen
bis dahin unerklärlichen und kaum zu behandelnden oder zu
verhütenden Infektionskrankheiten wirksam und immer wirksamer
zu begegnen.
1891 wurde
er Direktor des Institutes für Infektionskrankheiten, das
für ihn errichtet worden war und später den Namen Robert-Koch-Institut
erhielt. Sein Ruhm ging durch die ganze Welt. 1905 wurde ihm der
Nobelpreis für Medizin verliehen. Koch starb am 27. Mai 1910
in Baden-Baden.
Daimler
und Benz bauen das Auto
Ein Wagen
ohne Pferde
Von Daimler
1885 erfundener Reitwagen
Deutschland ist ein Autoland. Bei 80 Millionen Einwohnern gibt
es in Deutschland 50 Millionen Autos. Ein dichtes Netz gut ausgebauter
Bundesstraßen und "Autobahnen" überzieht
das Land. Man nennt das Auto auch des Deutschen "liebstes
Spielzeug". Das ist sicher kein Wunder, denn das Auto wurde
in Deutschland erfunden. Schon immer hatten die Menschen von einem
Fahrzeug geträumt, das "selbst fährt", also
von einem "auto-mobil" (autos griechisch "selbst",
mobilis lateinisch "beweglich"), von einem Fahrzeug
also, das nicht von Menschen oder Tieren gezogen oder vom Wind
angetrieben wird.
Durch die Erfindung der Dampfmaschine waren solche selbstfahrenden
Fahrzeuge möglich geworden. Hier wird der Druck erhitzten
Wasserdampfes in Energie zum Antreiben eines Fahrzeugs umgewandelt.
So entstanden im 19. Jahrhundert überall in Europa und den
USA mit Dampfkraft betriebene Eisenbahnen. Aber es gab auch vereinzelt
durch Dampfkraft bewegte Omnibusse, Schiffe und Kutschen.
Der Explosionsmotor
Ein mit Dampf
betriebener Motor ist jedoch groß und schwer. Außerdem
wird in ihm kaum ein Zehntel der in der Kohle als Brennstoff enthaltenen
Wärmemenge in verfügbare Energie umgewandelt. Man mußte
also immer große Kohlevorräte auf Fahrten mitnehmen.
So suchte
man im 19. Jahrhundert einen kleinen, leicht zu bedienenden Motor
für kleinere Fahrzeuge, der aus seinem Treibstoff möglichst
viel Energie gewann. Auch die vielen damals entstehenden kleinen
Industriebetriebe und auch die Landwirtschaft verlangten nach
solch einem Motor.
Gottlieb Daimler
und Karl Benz
Es ist erstaunlich, daß zwei Männer gleichzeitig, aber
völlig unabhängig voneinander, solch einen Motor entwickelten:
die beiden Deutschen Gottlieb Daimler (1834-1900) und Karl Friedrich
Benz (1844-1929). Sie arbeiteten nur hundert Kilometer voneinander
entfernt: Daimler in Stuttgart und Benz in Mannheim, beides im
Südwesten Deutschlands im heutigen Bundesland Baden-Württemberg
gelegen. Dennoch haben sie nie ein Wort miteinander gewechselt,
auch nicht schriftlich.
Beide entwickelten einen sogenannten Verbrennungs- oder Explosionsmotor:
Durch die Zündung kleinster Mengen von Benzin in einem Zylinder
mit Hilfe des Funkens einer Zündkerze entsteht ein kräftiger
Explosionsstoß, der einen Kolben in Bewegung setzt. Wenn
solche kleinen Explosionen ganz schnell aufeinander folgen, kann
die dabei entstehende Energie ein Fahrzeug antreiben. Da dieser
Vorgang in vier Stufen abläuft, nennt man diesen Motor auch
Viertaktmotor.
Daimlers Weg
zu einem neuen Motor
Gottlieb Daimler
stammt aus Schorndorf bei Stuttgart. Zunächst leitete er
mit dem Erfinder Nikolaus August Otto (1832-1891) eine Maschinenfabrik
in Köln. Otto hatte bereits einen Explosionsmotor konstruiert
(Der heutige Otto-Motor ist also nach ihm benannt). Aber dieser
von Otto gebaute Motor war noch zu groß und zu schwer, um
ihn in Fahrzeuge einbauen zu können. Außerdem bezog
er seine Energie aus der fortlaufenden Explosion kleinster Gasmengen.
Gas gab es damals aber nur in größeren Städten.
Deshalb entwickelte
Daimler in Stuttgart Ottos Erfindung weiter zu einem kleinen,
leichten Motor, den man in Fahrzeuge einbauen konnte. Als Treibstoff
wählte er Benzin (Petroleum), das relativ sparsam im Verbrauch
war, womit man deshalb auch über größere Entfernungen
fahren konnte.
Es war für
Daimler ein mühsamer Weg. Immer wieder explodierte bei seinen
Versuchen das Benzin zu früh im Zylinder des Motors. Das
war für Daimler nicht nur gefährlich. Sondern das ließ
ihn auch manchmal fast daran verzweifeln, jemals einen Motor zu
entwickeln, der im richtigen Augenblick von selber zündete.
Endlich, im
Jahre 1885, hatte Daimler es geschafft. Er hatte den ersten Motor
erfunden, den man gut in alle Fahrzeuge einbauen konnte und der
problemlos lief.
So wurde sehr
bald Daimlers Motor in vielen Ländern zum Antrieb von Autos,
Schiffen, Schlitten und Fahrrädern verwendet. Daimlers erstes
Fahrzeug 1885 mit seinem neuen Motor war ein sogenannter "Reit-Wagen",
eine Art Motorrad. Es hatte 0,5 PS (Pferdestärken) und erreichte
eine Geschwindigkeit von sechs Kilometern pro Stunde.
Benz konstruiert
das erste Auto
Motorwagen
von Benz (1886)
Karl Friedrich Benz, geboren in Karlsruhe, wollte nicht nur, wie
Daimler, einen neuen Motor für die verschiedensten Fahrzeuge
entwickeln. Sondern er hatte von vornherein den Bau des gesamten
Autos im Blick.
Auch Benz war ein begabter und zäher Erfinder. In seiner
Werkstatt in Mannheim machte auch er aus dem von Otto entwickelten
Explosionsmotor einen brauchbaren Automotor. In manchem war sein
Motor Daimlers Motor überlegen.
Gleichzeitig
konstruierte er die anderen Teile, ohne die ein Auto nicht fahren
kann: die Zündung des Benzins durch einen starken elektrischen
Funken, die Kühlung des Motors durch Wasser, die Kupplung,
die Lenkung und anderes.
1886 war sein
"Auto" fertig. Es hatte die Form einer Kutsche auf drei
Rädern, besaß 0,9 PS und machte viel Lärm und
Gestank - wie alle frühen Autos. Bald baute Benz seine Autos
dann auch mit vier Rädern.
Dies erste
"Auto" von Benz aus dem Jahr 1886 ist die Urform des
Autos. Es war zum ersten Mal ein Auto, das ohne alle Schwierigkeiten
fuhr. Seine grundsätzlichen Bestandteile werden heute in
allen Autos der Welt verwendet.
Der Siegeszug
des Autos
Die ersten
Autos hatten die Form einer Pferdekutsche mit eingebautem Motor
(Man mißt ja bis heute die Kraft eines Motors in "Pferdestärken"
= PS).
Daimler mit Sohn auf seinem Motorenwagen
Auch Daimler baute bald solche "Motorkutschen". Diese
Autos der ersten Jahre hatten nicht mehr als etwa zwei bis drei
PS und erreichten Geschwindigkeiten von höchstens 15 bis
20 Kilometern pro Stunde. Sie wurden alle in Handarbeit hergestellt.
Sie waren sehr teuer, und nur Reiche konnten sich deshalb ein
Auto leisten. Trotzdem wollten immer mehr Menschen solch ein neues
Fahrzeug haben. Aus den Werkstätten von Benz in Mannheim
und Daimler in Stuttgart entwickelten sich im Laufe der Zeit große
Autofabriken.
Einmal unternahm die Frau von Benz mit ihren beiden Jungen auf
einer Motorkutsche ihres Mannes sogar eine viel beachtete Werbefahrt
von Mannheim nach Pforzheim (Entfernung 70 km). Vielleicht war
sie die erste Frau am Steuer! Sie mußte dabei sogar unterwegs
ihr Strumpfband als Material zum Isolieren opfern. Ihr Mann hatte
von dieser Fahrt gar nichts gewußt.
Auch in anderen
Ländern, z.B. in Frankreich, England und Italien, begann
man bald, Autos herzustellen. Die Motorkutschen erhielten ein
Dach, die Karosserie entstand. Immer mehr entwickelte sich das
Auto zu seiner heutigen Form.
Sehr bald
begann man auch, Autorennen durchzuführen. Auch dadurch wurde
das Auto immer populärer. Heute ist das Auto in vielen Ländern
ein Massenverkehrmittel.
Der Mercedes-Wagen
Rennfahrer
am Start
Ein Autohändler in Frankreich gab eines Tages den deutschen
Daimler-Autos nach seiner kleinen Tochter den Namen "Mercedes".
Seitdem tragen die aus Stuttgart kommenden Daimler-Autos diesen
Namen. Ihr Zeichen ist ein Stern mit drei Strahlen umgeben von
einem Kreis.
1926 wurden die beiden Autofabriken von Daimler und Benz, die
beiden ältesten Autofabriken der Welt, zu einer großen
Fabrik in Stuttgart vereinigt. Sie trägt den Namen "Mercedes-Benz".
Sie liefert heute gut ausgestattete Autos in alle Teile der Welt.
Nach dem Zusammenschluß mit dem amerikanischen Konzern Chrysler
wird der Namen Benz nicht mehr erscheinen. Die neue Firma heiß
dann "Daimler-Chrysler".
Das Auto -
heute ein Problem?
Mit dem Auto
hat sich der Traum der Menschen von einem selbstfahrenden Fahrzeug
verwirklicht. Mit dem Auto kann man zu jeder Zeit überall
hinkommen. Man ist damit in gewisser Weise unabhängig von
Zeit und Raum.
Doch dieses
ideale Verkehrsmittel schafft heute durch seine Belastung der
Umwelt große Probleme. Deshalb möchten manche Menschen
am liebsten das Auto wieder abschaffen oder seinen Gebrauch stark
einschränken.
Aber ohne
Auto kann man sich das Leben der Menschen nirgendwo mehr vorstellen.
Deshalb wird es das Auto in irgendeiner Form immer geben. Nur
wird man sich immer mehr darum bemühen müssen, Autos
zu konstruieren und zu bauen, die die Umwelt möglichst wenig
belasten.
Gott sagt
in der Bibel zu uns Menschen: "Nehmt die Erde in Besitz"
(1. Mose 1,28). Mit dem Auto erfüllt der Mensch ein Stück
dieses Auftrags. Aber Gott sagt ebenso: Wir sollen die Erde bewahren,
sie vor Schaden schützen und als Gottes gute Schöpfung
erhalten (1.Mose 2,15). Und an der dringenden Lösung dieses
Problems muß der Mensch mit großen Anstrengungen arbeiten.
Thomas
Mann - Bürger und Künstler
Thomas Mann
zählt zu den bedeutendsten Erzählern deutscher Sprache
im 20. Jahrhundert, aber er hasste die Deutschen, weil sie Hitler
an die Macht gebracht und ihn in das Exil in die USA getrieben
hatten, wo er von 1939 bis 1952 lebte. Gleichzeitig fühlte
er sich immer als Deutscher. Er war hier aufgewachsen. Er liebte
Deutschland und seine Kultur.
Bürger
Thomas Mann
Thomas Mann
wurde in der alten Handelsstadt Lübeck an der Ostsee 1875
geboren. Er kam aus einer vornehmen Familie. Sein Vater war Großkaufmann
und Ratsherrn..
So hat Thomas
Mann sich immer als Bürger gefühlt. Bürger sein
bedeutete für ihn: Gesund im Leben stehen, vernünftig
handeln, fleißig sein und Geld verdienen, ein natürlicher
Mensch sein mit Wärme und Humor, ethische Grundsätze
haben, sich für Menschlichkeit und Demokratie einsetzen.
Das alles
war Thomas Mann. Er war verheiratet, liebte seine Frau, mit der
er sechs Kinder hatte; er war ein fleißiger Schriftsteller,
der gut verdiente und vornehm lebte; er setzte sich für Vernunft
und Menschlichkeit ein. Im Krieg hielt er von den USA aus für
die Deutschen Ansprachen gegen Hitler.
und
Künstler
Gleichzeitig aber, so meinte Thomas Mann, erlebt besonders der
künstlerisch veranlagte Mensch häufig etwas Besonderes,
Außerordentliches, zum Beispiel eine große Liebe.
Nur dann kann ein Künstler ein großes Kunstwerk schaffen.
Dabei durchbricht der Mensch aber die bürgerlichen Ordnungen
(z.B. wenn er in eine fremde Ehe eindringt). Er ist zwar glücklich
dabei, er kann dadurch große Kunstwerke hervorbringen. Aber
er zerstört dabei auch oft sich selbst.
Im Gegensatz
zum gesunden Bürger ist deshalb der Künstler zwar ein
sensibler, genialer, aber zugleich ein kranker Mensch, ein Einsamer.
Er ist ein Bruder des Verbrechers und Verrückten.
Thomas Mann
blieb zwar in den Ordnungen des Bürgertums. Sie gaben ihm
Sicherheit und schenkten ihm Freude am Leben. Aber er empfand
auch immer die Gefahren des Künstlers, z.B. die Gefahr der
Homosexualität.
In vielen
seiner Erzählungen und Romane schildert Thomas Mann den außergewöhnlichen
Menschen, den Künstler. Sein erstes großes
Buch Die Buddenbrooks (1901) machte ihn berühmt. Es ist sein
meistgelesenes und meistgeliebtes Buch. Er bekam dafür den
Nobelpreis. Er erzählt darin den Verfall einer Lübecker
Familie über vier Generationen (seiner eigenen) vom gesunden,
erfolgreichen Kaufmann zum sensiblen, schwachen Künstler.
In seinem
Roman Der Zauberberg (1924) sieht er die ganze europäische
Kultur vom Verfall bedroht. In Josef und seine Brüder (1926-1942)
ist Josef zwar auch ein genialer Einzelner, der aber neue, rettende
Ordnungen schafft. Im Dr. Faustus (1947) endet der große
Künstler im Wahnsinn.
Viele Personen
in den Romanen Thomas Manns gehen äußerlich oder innerlich
zugrunde; ebenso auch in seiner Familie Seine beiden Schwestern
und zwei seiner Kinder starben durch Selbstmord, mehrere waren
drogenabhängig und homosexuell.
Aus seinen
Werken ist ersichtlich, dass Thomas Mann Gott nicht kannte. Wer
sein Leben in die Hand Gottes gibt, muss nicht in den Gefahren
des Lebens zugrunde gehen. Gott kann uns in allen Gefahren bewahren,
wenn wir uns an ihm festhalten.
Thomas Mann
ist der weltweit bekannteste moderne deutsche Schriftsteller.
Er knüpft an die Erzähltechniken des 19. Jahrhunderts
an, vor allem an den weit ausholenden Schreibstil L. Tolstois.
Er schreibt ein vorbildliches Deutsch. Er erzählt interessant,
immer mit etwas Spott und Ironie. Manns Romane, Erzählungen
und Novellen spiegeln die vielschichtigen geistigen, kulturellen
und gesellschaftlichen Befindlichkeiten des 20. Jahrhunderts in
ihrem Wandel, zum Teil in direktem zeitgeschichtlichem Bezug,
zum Teil historisch eingekleidet.
Seine Bücher
sind in etwa 10 Millionen Exemplaren weltweit verbreitet. Auch
sein Bruder Heinrich, politisch links stehend, ist ein bekannter
Schriftsteller. Die meisten Mitglieder der Familie Mann waren
Schriftsteller.
Seine letzten
Lebensjahre verbrachte Thomas Mann in der Schweiz. Dort starb
er 1955.
Immanuel
Kant - ein großer Philosoph
Als die russischen Truppen 1945 Königsberg (heute Kaliningrad)
in Ostpreußen erstreckt eroberten, beschützten sie
das Grabmal des Philosophen Kant. Vor zweihundert Jahren starb
er. Kant war vielleicht der größte Philosoph der Neuzeit.
Geboren wurde Immanuel Kant 1724 in Königsberg. Er wuchs
in einem frommen Elternhaus auf. Sein Vater war ein einfacher
Handwerker. Mit 46 Jahren wurde Kant Professor für Metaphysik
an der Königsberger Universität.
Ein gründlicher
Denker
Kant war ein
gründlicher Denker, und deshalb fragte er: Was können
wir von den Dingen um uns herum erkennen und wie können wir
das? Er entdeckte: Erkenntnis kommt dadurch zustande, dass wir
die zusammenhanglosen Dinge der Außenwelt durch unseren
menschlichen Geist ordnen, verständlich machen. Zum Beispiel
mit Hilfe von Raum und Zeit und Ursache und Wirkung. Das beschreibt
Kant in seiner Schrift Kritik der reinen Vernunft".
Kant sagt
damit: Der Mensch kann mit seinem Geist, seiner Vernunft nicht
alles. Er ist abhängig von den Dingen der Außenwelt.
Aber die Außenwelt, die Materie, beherrscht auch nicht den
Menschen. Der Mensch kann sie durch seinen Geist ordnen, in den
Griff kriegen.
Auf diese
Weise versöhnte Kant Idealismus und Materialismus. Er überwand
damit die Aufklärung des 18. Jahrhunderts und wirkte dadurch
mit an der Entstehung der deutschen Klassik.
Gott, nur
ein höchstes Wesen"?
In seiner
Schrift Kritik der praktischen Vernunft" sagt Kant:
Gott kann der Mensch allerdings nicht erkennen, weder in der Natur
noch in der Geschichte, denn er kann Gott ja nicht sehen. Trotzdem
muss es Gott geben, denn jeder Mensch weiß um Gut und Böse.
Es muss jemanden geben, der das Böse einmal bestraft und
das Gute belohnt. Das ist Gott. Darum muss der Mensch auch Unsterblichkeit
besitzen.
Kant forderte
zwar Ehrfurcht vor Gott und der Bibel, aber Gott war für
ihn nur der Schöpfer der Welt. Mit dem Alltagsleben hat Gott
kaum etwas zu tun. Jesus als den Versöhner mit Gott kannte
Kant nicht. So hatte Kant nur eine schwache, undeutliche Vorstellung
von Gott. Religion war für ihn hauptsächlich Moral.
Mit seinem Kategorischen Imperativ" lehrte Kant eine
strenge Ethik.
Aber Gott
ist nicht nur eine Forderung der Moral. Er ist vielmehr eine lebendige
Person. Schon am wunderbaren Aufbau der Natur erkennen wir Gottes
Größe und Lebendigkeit. Und wer an Gott glaubt, spürt
immer wieder, wie Gott mit ihm redet, auf seine Gebete antwortet,
in seinem Leben handelt.
Kants Wirkung
ist bis heute ungeheuer groß, direkt und indirekt, positiv
aber auch negativ. In Deutschland spricht man wenig von Gott als
einer lebendigen, erfahrbaren Person, auch nicht in der Theologie.
Für viele ist Gott nur ein bloßer Gedanke, ein unbestimmtes
höchstes Wesen". Dies liegt mit an Kant.
Ein ruhiges
Leben
Kant liebte
die Ordnung. Er stand täglich um fünf Uhr morgens auf.
Wenn ein Schreibgerät oder eine Schere nur etwas von ihrem
Platz verschoben waren oder wenn ein Stuhl nicht an seinem gewohnten
Platz stand, wurde er unruhig und verzweifelt. Nach seinem Spaziergang
immer zur gleichen Zeit stellten seine Nachbarn ihre Uhren. Königsberg
hat Kant selten verlassen, Ostpreußen nie.
Kant war nicht
verheiratet. Er meinte, unverheiratete Männer bleiben länger
jung, vielleicht, weil sie kein (Ehe-) Joch tragen müssen".
Aber trotz seiner pedantischen Art war Kant ein froher Mensch.
Er liebte heitere Gespräche im Kreis seiner Freunde und scherzte
gern. 1804 starb er. Seine letzten Worte waren: Es ist gut".
Bonhoeffer
- Theologe und Widerstandskämpfer
Viele Menschen
weltweit kennen den Namen Bonhoeffer. Er starb vor 60 Jahren im
Kampf gegen das Hitler-Regime.
Dietrich Bonhoeffer
hätte ein schönes Leben führen können. 1906
wurde er in einer vornehmen bürgerlichen Familie in Breslau
geboren. Sein Vater war ein bekannter Professor der Psychiatrie
in Berlin. Dietrich war reich begabt, mit 21 Jahren war er bereits
Doktor der Theologie. Er hätte ein berühmter Theologieprofessor
werden können. Er genoss die schönen Dinge des Lebens:
Kunst, gutes Essen, Reisen.
Nachfolge
Da las er
in der Bibel die Worte von Jesus in der Bergpredigt : Gott will,
dass wir ihm ganz gehorchen. Daraufhin beschloss er für Gott
und für seine Mitmenschen zu leben. Er sagte: "Es gibt
erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche".
So begann er, als Pfarrer in Berlin im Dienst der evangelischen
Kirche zu arbeiten.
Besonders
die Not leidenden Menschen lagen Bonhoeffer am Herzen. In den
Jahren nach 1930 waren Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos,
viele hungerten und froren. Bonhoeffer forderte: "Die Kirche
muss Kirche für andere sein".
1933 kam Hitler
in Deutschland an die Macht. Er versprach den Menschen Arbeit
und Brot. Millionen jubelten ihm zu. Auch in den Kirchen hatte
er Anhänger. Aber er regierte mit Terror und Mord. Er bekämpfte
die Juden.
Bonhoeffer
lehnte deshalb das Nazi-Regime ab. Er war gegen Krieg und für
Frieden zwischen den Völkern. Er sammelte zusammen mit anderen
in der evangelischen Kirche die an die Bibel gebundenen Christen
in der "Bekennenden Kirche" . Zahlreiche Christen und
Pfarrer kamen ins Konzentrationslager, manche wurden umgebracht.
Ein schwerer
Weg
1939 begann
Hitler den 2. Weltkrieg. Bald erkannte Bonhoeffer: Durch Hitler
werden noch Millionen Menschen sterben, im Krieg und in den Konzentrationslagern.
Deshalb beschloss er zusammen mit anderen, Hitler zu töten.
Hitlers Ermordung schien ihm eine kleinere Schuld vor Gott zu
sein, als Millionen Menschen durch Hitler töten zu lassen.
Bonhoeffer
war bereit, sein Leben zu opfern. Aber er fragte sich, ob er Folter
und Tod aushalten könnte, falls man ihn verhaften würde.
Jedoch sagte er sich: "Gott gibt uns in jeder Notlage soviel
Widerstandskraft, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht
im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf Gott
verlassen".
1943 wurde
Bonhoeffer verhaftet. Aber man konnte ihm keine große Schuld
nachweisen. Im Gefängnis in Berlin konnte er sogar Briefe
an seine Familie und seine Verlobte schreiben. Diese Briefe hat
sein Freund später in dem bekannten Buch "Widerstand
und Ergebung" gesammelt. Bonhoeffer dachte im Gefängnis
auch viel darüber nach, wie man mit dem modernen glaubenslosen
Menschen über Gott sprechen kann.
Mechthild
von Magdeburg von der Liebe zu Gott erfüllt
Magdeburg,
die Stadt Ottos des Großen, blickt auf eine 1200-jährige
bewegte Geschichte zurück. Zur Geschichte der Stadt gehört
auch eine Frau, deren Name eng mit der Stadt verbunden ist: Mechthild
von Magdeburg. Sie wurde vor 800 Jahren auf einer Burg im Magdeburger
Raum geboren und erhielt - für damalige Zeiten für Mädchen
ungewöhnlich - eine umfassende Bildung. Bereits als junges
Mädchen verließ sie die Burg und bekannte offen: "Mein
Lebensraum ist nicht der Adelsstand. Gott hat anderes, größeres
mit mir vor." Gott war für sie nicht einfach eine höhere
Macht, sondern ein wirkliches liebendes Du. Diese persönliche
Gottesbeziehung erfüllte ihr Leben so, dass sie all das,
was sie in der Tiefe ihres Herzens bewegte, aufschreiben musste.
Eine große verwandelnde Kraft spürt Mechthild im Gebet.
Sie schreibt: "Das Gebet macht ein bitteres Herz süß,
ein trauriges Herz froh, ein armes Herz reich, ein törichtes
Herz weise, ein zaghaftes Herz kühn, ein schwaches Herz stark,
ein blindes Herz sehend. Es zieht den großen Gott in ein
kleines Herz. Es treibt die hungrige Seele hinauf zu dem Gott
der Fülle."
Mechthild
wählt nicht den Weg ins Kloster, sondern schließt sich
der Magdeburger Armutsbewegung an, getreu ihrem Vorsatz: "Worauf
Gott seine Hoffnung setzt, das wage ich. Es zog mich um der Liebe
Gottes willen in die Stadt." Das Wort Jesu: "Armen wird
das Evangelium verkündet" (Matthäus 11,5) hatte
sie tief berührt. Sie wendet sich den Ärmsten der Armen
zu: Ausgestoßenen, Kranken, Sterbenden, Witwen und Waisen.
Sie schenkt ihnen menschlichen und geistlichen Beistand und -
soweit es ihr möglich ist - lindert sie auch deren materiellen
und körperlichen Nöte. Mechthild tut diesen Dienst nicht
allein. Zu dieser Zeit entsteht in Magdeburg eine Schwesternbewegung.
Die jungen Frauen leben in Wohngemeinschaften und teilen ihren
Besitz miteinander. Da sie sich nicht den offiziellen Ordnungen
der Kirche unterordneten, mussten sie viele Schmähungen und
Anfeindungen ertragen. Allein lebende junge Frauen, das galt damals
als Skandal. Mechthild war jedoch eine selbstbewusste, tapfere
Frau, die ihre Mitschwestern immer wieder ermutigte, ihre Arbeit
unter den Hilfsbedürftigen fortzusetzen. Viel Unterstützung
und Trost erhielt sie von ihrem Beichtvater, unter dessen Einfluss
sie ihr Buch "Das fließende Licht Gottes" schrieb.
Dies Werk war zu Lebzeiten von Mechthild sehr umstritten: Eine
Frau, noch dazu ohne Universitätsbildung, schreibt in deutscher
Sprache, nicht in Latein - der Sprache der Gelehrten - ein Buch
über Gott und ihre Erfahrungen mit der Liebe Gottes. Das
war ungewöhnlich, mehr noch: das schien für die Kirche
gefährlich zu sein. So verschwand ihr Werk für Jahrhunderte
in der Vergessenheit.
Mechthild
von Magdeburg war eine Visionärin. Aber ihre visionären
Fähigkeiten waren keine Weltflucht. Sie lebte mit Gott in
dieser Welt. Mit ihrer Gabe der inneren Gottesschau zeigt sie
Linien, die Gott und die Welt miteinander verbinden. Beim Lesen
von Mechthilds Schriften bekommt man den Eindruck, als sei sie
eine noch lebende Zeitgenossin und nicht eine Frau, die vor 800
Jahren gewirkt hat. Mechthild schreibt: "Die Liebe gebietet
mir. Was sie will, das muss geschehen, und worauf Gott seine Hoffnung
setzt, das wage ich."
Mit einer
heiligen, liebevollen Aufmerksamkeit liest Mechthild die Bibel.
Sie schreibt:
"Vom
Weg der Liebe soll mich nichts abtreiben. Eine heilige Aufmerksamkeit
zu Gott sollen wir zu allen Zeiten in uns tragen."
Am Leben der
Mechthild von Magdeburg wird erfahrbar, dass die große Liebe
zu Gott in der einfachen Liebe und Barmherzigkeit zu den Mitmenschen
Realität werden kann, das ist es, "worauf Gott seine
Hoffnung setzt."
Friedrich
Nietzsche - Kämpfer gegen Gott
Die Krähen
schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt.
Bald wird es schnein -
weh dem, der keine Heimat hat!
Diese Zeilen
eines Gedichts stammen von einem Mann, der "keine Heimat
hatte", weil er sich von Gott losgesagt hatte: Friedrich
Nietzsche (1844 - 1900).
Nietzsche
wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Sein Vater war evangelischer
Pfarrer. Bei seiner Konfirmation glaubte er fest und von ganzem
Herzen an Gott. Aber später auf dem Gymnasium gab er seinen
Glauben auf. Er wusste von Gott und trennte sich trotzdem von
ihm. Er wurde zum Kämpfer gegen Gott. "Gott ist tot!",
predigte er.
Ein kritischer
Denker
Nietzsche
war außergewöhnlich begabt und wurde bereits mit 24
Jahren in Basel Professor für Philologie. In zahlreichen
Schriften bekämpfte er zunächst alles wissenschaftliche
Theoretisieren, alle Überbewertung der "Vernunft",
alles Spießertum. Stattdessen forderte er eine kraftvolle
Lebensbejahung. Aus dem dionysischen rauschhaften Ergriffensein
erwächst alle echte Schöpfung.
Seine wichtigsten
Schriften sind: "Die Geburt der Tragödie", "Also
sprach Zarathustra", "Jenseits von Gut und Böse",
"Antichrist" und "Der Wille zur Macht". Er
schreibt lebendig und lebensnah.
Heimatlos
Lou Salomé, Paul Ree and Friedrich Nietzsche 1882 (Bild:
Wikipedia Commons - Public domain)
Wegen zunehmender
quälender Kopf- und Augenschmerzen ließ Nietzsche sich
1879 unter Aufgabe seiner Professur pensionieren.
Christen bekennen:
Gott ist uns eine "Burg", eine Zuflucht in Zeiten der
Not (Psalm 91,2). Bei ihm finden wir "Geborgenheit"
, ein "Zuhause" auch in Krankheit und Zerbruch. Nietzsche
war jedoch in seiner Gottesferne "heimatlos". Er führte
nach seiner Pensionierung ein unruhiges Wanderleben in der Schweiz,
in Norditalien, an der Riviera, ständig vergeblich Besserung
und Heilung seines Gesundheitszustandes suchend.
Nietzsches
äußerer Heimatlosigkeit entsprach seine innere. Jeder
Mensch braucht ein Vorbild, ein Ideal, an dem er sich festhalten
kann, zu dem er aufschauen kann. Unser einziger sicherer Halt
im Leben kann aber kein Mensch sein, sondern nur Gott allein.
Alle anderen Vorbilder und Größen sind von Menschen
gemachte Götzen. Sie enttäuschen uns früher oder
später. Ja, sie können, wie bei Nietzsche, im Leben
eines Menschen und in der Welt furchtbare Zerstörungen anrichten.
Nietzsche,
der Gott verlassen hatte, schuf sich als Ersatz den "Über-Menschen",
den Herrenmenschen. Er setzte den Menschen an die Stelle Gottes.
Er predigte den Gedanken der Heranbildung und Erziehung einer
neuen menschlichen Elite-Schicht.
Zerstörung
aller Werte
Dieser neue
Herrenmensch ist an keine ethischen Normen gebunden. Er ist "das
freie, herrliche Raubtier", betont Nietzsche. Dieser neue
Mensch soll das Dasein mit allen Sinnen genießen. Der "Leib"
soll sich durchsetzen gegen den "Geist".
Weil das christliche
Mitleid die Freude am Leben stört, lehnt Nietzsche es als
"Sklavenmoral" ab, als Vertröstung der hier zu
kurz Gekommenen auf das Jenseits.
Gegenüber
dem Elite-Menschen ist die Masse der Menschen nichts als "das
Ungeziefer in der Erdrinde" (mit dem man umgehen kann, wie
man will). Von daher lehnte Nietzsche auch Demokratie und Sozialismus
ab.
Der Herrenmensch
bejaht sein Schicksal, auch wenn es sinnlos ist, und gibt ihm
damit einen Sinn (dies ist der Grundgedanke des späteren
Existenzialismus von Heidegger und Sartre).
Nietzsche
bekämpfte so die gesamten abendländisch-christlichen
Werte, denen Europa und die ganze Welt ihre moralischen Prinzipien
und ihre Kultur verdanken. Millionen besonders junger Menschen
wurden von Nietzsches verbrecherischen Ideen erfasst. Nietzsche
wurde so zum geistigen Wegbereiter des Nationalsozialismus. Was
er predigte, haben die Nazis auf schreckliche Weise in die Tat
umgesetzt.
Nietzsche
hat Millionen Menschen verführt. Sein Kampf gegen Gott trägt
deutlich dämonisch-antichristliche Züge.
"Ohne
Gott ist alles erlaubt"
Wir sehen
an Nietzsche und seinem Schicksal: Ohne Gott sind wir innerlich
und oft auch äußerlich heimatlos. Unser Leben hängt
ab von unserer Ehrfurcht vor Gott.
Nietzsche
meinte, der neue Herrenmensch ohne Gott würde eine neue höhere
Kultur hervorbringen und höchstes Glück genießen.
Das Gegenteil war der Fall. Die Verwirklichung seiner Gedanken
durch die Nazis führte zur Zerstörung aller Kultur in
vielen Ländern Europas und zu unbeschreiblichem Leid von
Millionen von Menschen.
Dostojewski
hat einmal gesagt: "Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt"
, bis hin zum Holocaust und zur Zerstörung aller Kultur.
Nietzsche ist das beste Beispiel dafür.
Nietzsche,
der Gottesleugner, starb in äußerster "Heimatlosigkeit".
Die letzten zwölf Jahre seines Lebens dämmerte er in
geistiger Umnachtung dahin, d.h.er lebte nicht mehr bei vollem
Bewusstsein.
Max Planck
und die Entdeckung der Quantentheorie
102 Jahre
ist es her, dass der deutsche Physiker Max Planck seine große
Entdeckung machte. Wer ist dieser Mann, und warum war seine Entdeckung
so wichtig?
Planck, 1858 geboren, stammte aus einer Gelehrtenfamilie. Er war
sehr begabt. Trotz seines großen Könnens war er ein
bescheidener und gütiger Mensch. Vor und nach dem 1. Weltkrieg
war Planck jahrzehntelang Professor für Physik an der Universität
Berlin. Dort lehrten damals viele berühmte Physiker, zum
Beispiel auch Albert Einstein. Planck hatte ihn nach Berlin geholt
und war eng mit ihm befreundet.
Das Plancksche
Wirkungsquantum
Im Jahr 1900
entdeckte Planck das nach ihm benannte sogenannte Plancksche
Wirkungsquantum, in der Physik seitdem mit dem Buchstaben
h bezeichnet. Was ist das?
Wenn ein Körper
erwärmt wird, gibt er Energie in Form von Wärme und
Licht ab. Bisher hatte man geglaubt, diese Energie würde
fortlaufend, d. h. ununterbrochen abgegeben. Man meinte, die
Natur macht keine Sprünge.
Planck entdeckte
nun, dass Energie von einem Körper nicht kontinuierlich,
sondern in Sprüngen abgegeben wird, in Paketen,
den sogenannten Quanten. Dabei sind die abgegebenen
Energiemengen (Quanten) immer ein Vielfaches vom Planckschen Wirkungsquantum
h, also multipliziert mit h.
Energie wird
also nicht, wie man bisher glaubte, in den Mengen 1,2,3,4,5 usw.
abgegeben. Sondern sie wird, angenommen h sei 2, in den Mengen
2 (2 mal 1), 4 (2 mal 2), 6 (2 mal 3), 8 (2 mal 4) usw. abgegeben.
Eine Entdeckung
mit Folgen
Ist diese
Entdeckung für unser Leben wirklich so wichtig? Ja, auch
wenn wir das hier nicht weiter erklären können. Das
Plancksche Wirkungsquantum h ist ja eine feste, unveränderliche
Naturkonstante, eine unveränderliche Größe. Überall
wo Energie abgegeben wird, ist sie in der Natur vorhanden, im
kleinsten Atom eines irdischen Stoffes ebenso wie auf der Sonne.
Ohne diese Konstante könnten Elektronen sich nicht um einen
Atomkern herum bewegen, weil sie dabei Energie abgeben; es gäbe
nicht die vielen bunten verschiedenen Stoffe in unserer Welt,
die Sonne könnte kein Licht und keine Wärme aussenden,
es gäbe keine Atomenergie,
Durch das
Plancksche Wirkungsquantum konnte man vieles in der Natur erst
richtig verstehen. Deshalb bekam Planck für seine Entdeckung
1918 den Nobelpreis.
Aber auch
für unser Alltagsleben war Plancks Entdeckung von großem
Nutzen. Ohne sie gäbe es heute z. B. keine Computer, keine
Laserstrahlen, keine Solarenergie.
Durch Plancks
Entdeckung wurde der Vorstellung vom Aufbau unserer Welt die sichere
Grundlage genommen. Wenn die Natur Sprünge macht, steht offenbar
vieles in der Natur nicht so fest, wie man bisher gemeint hat.
Deshalb betrachtete Planck, der jede fremde Autorität achtete,
seine Entdeckung zunächst skeptisch.
Ob es wohl
Zufall ist, dass auch die Ordnungen des menschlichen Lebens (z.B.
Ehe, Familie, Staat) seitdem ihre Stabilität verloren haben?
Schon immer haben naturwissenschaftliche Entdeckungen das gesamte
Denken der Menschen beeinflusst. Hier gibt es sicherlich Verbindungen,
die wir nicht verstehen. Seit 1933 litt Planck schwer unter der
Diktatur der Nationalsozialisten. Sein eigener Sohn wurde getötet,
weil er Hitler ablehnte. Auch verlor Planck seine erste Frau und
mehrere seiner Kinder durch den Tod. Das Ende des 2. Weltkriegs
brachte für den schwerkranken 87-jährigen Gelehrten
viel Not.
Planck hatte
jedoch einen tiefen Glauben an ein gütiges Schicksal oder
einen gütigen Gott. In seiner Trauer sagte er: Gottes
Wege sind nicht unsere Wege. Aber das Vertrauen auf ihn hilft
uns durch die schwersten Prüfungen hindurch.
1947 starb
Planck in Göttingen. Manche wissenschaftlichen Institutionen
tragen heute seinen Namen und viele deutsche 2-DM-Münzen
trugen sein Bild.
Friedrich
von Schiller, ein großer deutscher Dichter
Um das Jahr
1800 war Deutschland in viele einzelne Staaten aufgeteilt. Diese
wurden außerdem noch von Napoleon beherrscht. Und doch hat
Deutschland niemals mehr so große Männer in Dichtung,
Philosophie und Kunst hervorgebracht als in diesen Jahrzehnten.
Unter diesen großen Persönlichkeiten sind auch die
Dichter Goethe und Schiller.
Friedrich
von Schiller wurde 1759 in dem Städtchen Marbach am Neckar
in der Nähe von Stuttgart geboren. Sein Vater war ein einfacher
Offizier im Dienst des Herzogs von Württemberg. Schiller
hing sehr an seiner Mutter. Sie war eine stille, fromme Frau.
Deshalb wollte er als Kind auch Pfarrer werden.
Auf der Suche
nach Freiheit
Schon mit
13 Jahren mußte Schiller sein Elternhaus verlassen. Auf
Befehl des Herzogs von Württemberg mußte er von jetzt
an eine Militärakademie bei Stuttgart besuchen, also eine
Schule für zukünftige Soldaten. Hier blieb er acht Jahre.
Er kam sich an dieser Schule wie in einem Gefängnis vor.
Denn die Schüler dort hatten wenig Freiheit, sie wurden zum
Gehorsam gezwungen.
Aus dieser
Zeit stammt Schillers Liebe zur Freiheit. Er schrieb heimlich
in diesen Jahren sein erstes Schauspiel"Die Räuber".
In diesem Drama ruft er zum Kampf gegen alle Tyrannen und Diktatoren
auf. Das waren damals manche der deutschen Fürsten, wobei
es allerdings auch gute unter ihnen gab. Napoleon war später
ein besonderer Diktator.
Nach Beendigung
der Schulzeit wurde Schiller ein einfacher Militärarzt, denn
er hatte auf der Schule etwas Medizin lernen müssen. Dieser
Beruf machte ihm aber überhaupt keine Freude.
Durch viel
Not
Anonym ließ
Schiller dann in Mannheim sein Schauspiel "Die Räuber"
aufführen. Das Drama hatte einen riesigen Erfolg. Daraufhin
verbot der Herzog von Württemberg Schiller, Schauspiele zu
schreiben. Aber Schiller mußte einfach Dramen schreiben,
er war ein echter Dichter. Außerdem wollte er sich vom Herzog
nicht zu etwas zwingen lassen.
Deshalb floh
Schiller 1782 aus Württemberg in einen anderen deutschen
Staat. Das war für ihn gefährlich und ein großes
Wagnis. Denn jetzt verdiente er nichts mehr. Er war als Dichter
noch unbekannt. Wovon sollte er jetzt leben?
So wanderte
Schiller in den Jahren von 1782 bis 1789 durch Deutschland hin
und her. Er litt viel Not. Manchmal wurde ein Gedicht vom ihm
abgedruckt. Auch sein in diesen Jahren entstandenes Schauspiel
"Kabale (= Intrige) und Liebe" wurde aufgeführt.
In ihm schildert Schiller, wie ein junger Adliger und ein einfaches
Bürgermädchen sich lieben und doch wegen ihres verschiedenen
Standes nicht heiraten können. Beide gehen schließlich
zugrunde.
Aber durch
das alles bekam Schiller nicht viel Geld. Auch war er öfter
krank. Aber immer wieder nahmen Freude und Bewunderer ihn bei
sich auf und halfen ihm eine Zeitlang aus der Not.
Ein neuer
Lebensabschnitt
Schiller mit Goethe und den Geschwistern von Humboldt
1789 bekam
Schiller durch Hilfe von Goethe eine Anstellung als Professor
für Geschichte in Jena in Sachsen. Jetzt hatte er ein sicheres
Einkommen. Deshalb konnte er jetzt seine Verlobte Charlotte von
Lengefeld heiraten. Außerdem lag Jena dicht bei Weimar.
Dort in seiner Residenz hatte der Herzog von Sachsen-Weimar Goethe
und zahlreiche andere Dichter, Künstler und Gelehrte versammelt.
In den folgenden
Jahren schrieb Schiller kein Drama und nur wenige Gedichte. Er
beschäftigte sich jetzt viel mit Geschichte und philosophischen
Fragen, besonders mit der Philosophie Kants. Durch Kant lernte
er, daß der Mensch ein moralisches, ethisches Wesen ist.
Er hat die Aufgabe, seine schlechten, niedrigen Regungen in sich
zu bekämpfen und ein immer vollkommenerer, besserer Mensch
zu werden.
Eine große
Freundschaft
1794 lernte
Schiller Goethe näher kennen. Beide Männer waren sehr
verschieden. Goethe hatte nie äußere Not gelitten,
Schiller dagegen mußte viel Not durch Geldsorgen und Krankheit
durchmachen. Wenn Goethe dichtete oder wissenschaftlich arbeitete,
mußte er alles sehen und empfinden können. Schiller
dagegen beschäftigte sich lieber mit theoretischen Begriffen
wie z.B. Schönheit oder Menschenliebe. Deshalb ist Schillers
Sprache auch nicht so natürlich wie die Goethes, sondern
oft etwas künstlich und pathetisch. Dennoch kann uns seine
Sprache begeistern und mitreißen. Aber trotz dieser Gegensätze
entstand zwischen beiden Dichtern eine immer enger werdende Freundschaft
und große Hochachtung.
1799 zog Schiller
nach Weimar. Er kaufte sich dort ein Haus für sich und seine
Familie. Durch die Freundschaft zwischen Goethe und ihm wurden
beide wieder zum Dichten angeregt. Schon vorher hatte Schiller
das Schauspiel "Don Carlos" geschrieben. Jetzt entstanden
die Dramen "Wallenstein", "Die Jungfrau von Orleans"
und "Maria Stuart". In diesem Schauspiel erzählt
Schiller, wie die Königin Maria Stuart von ihrer Gegnerin,
der Königin Elisabeth, ungerecht zum Tode verurteilt wird.
Aber sie bejaht ihren Tod, indem sie ihn als Strafe für eine
frühere Schuld in ihrem Leben annimmt. So siegt sie innerlich
über Elisabeth, auch wenn sie äußerlich zugrunde
geht.
Szene aus Wilhelm Tell
Im Gedicht
"Die Glocke" beschreibt Schiller den Weg des Menschen
von seiner Geburt bis zu seinem Tod. Sein letztes vollendetes
Drama ist "Wilhelm Tell". In ihm schildert er den Freiheitskampf
der Schweizer unter ihrem Anführer Tell.
Wie kein anderer
Dichter hat Schiller darum gekämpft, ein immer vollkommenerer
Mensch zu werden und andere durch seine Dramen und Schriften zu
bessern. Er jagte dem Ideal nach, dem Höchsten und Größten.
Deswegen nennt man ihn auch einen Idealisten.
Ein früher
Tod
Schiller war
ein tapferer Mensch, ein mutiger Kämpfer und ein fleißiger
Arbeiter. Er verlangte viel von sich. Deshalb war er oft krank.
So ist er schon 1805 mit 46 Jahren in Weimar gestorben. Er hätte
noch manches große Werk schaffen können. Mit ihm verlor
Deutschland seinen nach Goethe größten Dichter.
Schiller spricht
häufig von Gott. Er sagt z.B. in seinem Gedicht "An
die Freude": "Brüder, überm Sternenzelt muß
ein gütiger Vater wohnen" (von Beethoven in seiner 9.
Symphonie vertont). Aber Gott war für Schiller nur ein bloßer
Gedanke. Mit Gott im Gebet reden, auf Gottes' Stimme hören,
sich von Gott helfen lassen - das konnte Schiller nicht. Alles,
was er tat, wollte er aus eigener Kraft tun, ohne Gott.
Wir Menschen
können zwar aus eigener Kraft viel erreichen. Aber wenn wir
uns die Welt mit ihrer vielfachen Not heute ansehen, erkennen
wir, wie ohnmächtig der Mensch im Grunde ist. Auch Schiller
konnte seinen Kampf für das Gute nicht weiterkämpfen,
als er in der Mitte seines Lebens sterben mußte. Da war
alle Freude für ihn zu Ende.
Aber wenn
wir uns durch Jesus zu Gott bringen lassen, werden wir von Gott
für ewig versorgt und geliebt. Dann kann uns auch der Tod
nicht das Leben nehmen. Dann wissen wir: Nicht wir Menschen, aber
Gott wird einmal eine Welt ohne Leid, ohne Tränen und ohne
Tod schaffen.
Werner
von Siemens: Ein großer Erfinder
Alles, was
zum ersten Mal in Europa erfunden, entdeckt, entwickelt, gebaut
und hergestellt worden ist, kann man im Deutschen Museum in München
sehen und erleben. Den Namen und den Plan zu dieser Dauerausstellung,
die nicht nur die Geschichte der Technik, sondern auch deren neuesten
Stand zeigt, hielt schon 1877 ein Mann bereit, der einer der großen
Erfinder unserer Zeit war: Werner von Siemens. Er schuf nicht
nur den Begriff "Elektrotechnik"; er bestimmte auch
entscheidend das, was man unter diesem Wort bald verstand. Dem
Original seiner Dynamomaschine, die er 1866 entwarf und zusammensetzte,
sieht man im Museum die ungeheure Bedeutung nicht an. Mit Hilfe
von Drahtwindungen und weichem Eisen war es hier Siemens gelungen,
Kraft - zum Beispiel menschliche Arbeitskraft oder Wasserkraft
- in elektrischen Strom umzuwandeln und umgekehrt elektrischen
Strom in Arbeitsleistung umzusetzen. Damit hatte er die moderne
Starkstromtechnik begründet.
Erfinder als
Nebenberuf
Werner wurde
1816 in der Nähe von Hannover als das viertälteste von
vierzehn Kindern geboren. Nachdem er ein Gymnasium in Lübeck
besucht hatte, wollte er Ingenieur werden. Da die Eltern eine
Ausbildung nicht bezahlen konnten, bewarb Werner sich um Aufnahme
in die Armee als Offiziersanwärter. Nach einer gut bestandenen
Prüfung wurde er Soldat. Wie glücklich war er, als er
für eine dreijährige Ausbildung in die Artillerie- und
Ingenieurschule nach Berlin kommandiert wurde! Jede verfügbare
Freizeit verwendete der junge Soldat, um sich auch außerhalb
des Dienstes mit Physik, Chemie und Technik zu beschäftigen.
Nach Ablauf der drei Jahre erhielt er den ersten Heimaturlaub.
Aber da sah er Vater und Mutter zum letzten Mal, sie starben bald
darauf. Werner hatte versprochen, für die jüngeren Geschwister
zu sorgen. Um die Geschwister zu versorgen, wurde er im Nebenberuf
Erfinder. Auf ganz praktische Dinge richtete er seine Gedanken,
denn es mußte ja Geld beschafft werden. So entstanden eine
Kunststeinpresse, ein Dampfmaschinenregler und ein neues Druckverfahren.
Als er eine Methode für galvanische Vergoldung und Versilberung
erfand, verkaufte sie sein Bruder Wilhelm nach England.
Neue Möglichkeiten
in Berlin
Während
dann Wilhelm für immer nach England ging, gelang es Werner
Siemens, aus Magdeburg heraus und endgültig nach Berlin zu
kommen. Hier gab es schon mehrere Maschinenfabriken, an ihrer
Spitze das Lokomotivbauunternehmen von August Borsig. Dessen Maschinen
hatten sich bei Vergleichsfahrten sogar als besser erwiesen als
die englischen. Auch gab es eine Gewerbeschule, einen Polytechnischen
Verein und eine Physikalische Gesellschaft, und der große
Naturforscher Alexander von Humboldt hielt seine berühmten
Vorträge. Die ganze Stadt interessierte sich für Naturwissenschaft
und Technik.
Siemens nutzte
alle Möglichkeiten der Weiterbildung. Als er selbst in der
Physikalischen Gesellschaft einen Vortrag über elektrische
Telegrafen hielt, wurde der Universitätsmechaniker Halske
auf ihn aufmerksam. Er war ein Künstler in seinem Fach und
so begeistert von den von Werner Siemens entworfenen Zeigertelegrafen,
daß er beschloß, mit dem begabten Leutnant zusammenzuarbeiten.
Dieser entwickelte nun alle Einzelteile, die für eine brauchbare
Nachrichtentechnik nötig sind: Blitzsicherungen, Porzellanisolatoren
und mit Guttapercha, einem gummiartigen Pflanzensaft, nahtlos
isolierte unterirdische Leitungen. Am 1.10.1847 wurde dann die
"Telegraphenbau-Anstalt von Siemens und Halske" gegründet,
dabei blieb Siemens im Hauptberuf noch Offizier.
Die erste
Telegrafenleitung Europas
Bald kamen
die ersten Aufträge für die Firma: Sie legte die Telegrafenleitung
Berlin - Frankfurt. Als hier die Nationalversammlung den preußischen
König zum deutschen Erbkaiser wählte, war das in derselben
Stunde noch in Berlin bekannt. Die Leute staunten, und Werner
Siemens war der Held des Tages mit dieser ersten Telegrafenleitung
Europas. Es regnete jetzt Aufträge, zuerst in Deutschland,
dann in Rußland. Dorthin war der jüngere Bruder Carl
gegangen. Werner Siemens ließ sich nun nach 15 Jahren militärischer
Dienstzeit beurlauben und widmete sich ganz den Aufträgen
und immer neuen Verbesserungen und Erfindungen. Sie waren, ebenso
wie die gediegene und dauerhafte Arbeit seiner Werkstatt, eine
überzeugendere Reklame als Worte. Außerdem wollte Siemens
nicht mit der Herstellung guter, aber gleichbleibender Waren sein
Geld verdienen, sondern nach besten Kräften die von ihm entwickelte
Elektrotechnik weiter vorantreiben. Darin sah er seine Aufgabe
zum Nutzen aller. Auf der ersten Weltindustrieausstellung 1851
in London erhielt er für seine bewährten Telegrafen
neben Alfred Krupp und nur wenigen anderen die höchste Preismedaille.
Das gab seinem Unternehmen einen großartigen Schwung. Aus
der Werkstatt zogen er und Halske in eine Fabrik um.
Abenteuerliche
Aufgaben
In den nächsten
zwei Jahren bauten die Brüder Carl und Werner Siemens Telegrafenlinien
von Petersburg über Moskau und Kiew nach Odessa und von Petersburg
nach Warschau und Schlesien, nach Finnland und Kronstadt. Dabei
mußte ein Kabel durch die Ostsee gelegt werden. Zusammen
mit Wilhelm und Carl als "Siemens Brothers" bewältigte
der unermüdliche Erfinder später die Riesenstrecke London-Kalkutta
in Indien. Für diese Indo-Europäische Linie von fast
11 000 km Länge entwickelte er neue, noch verbesserte Schreibtelegrafen.
Über Kontinente und Meere, Gebirge und Steppen arbeiteten
sich die Bautrupps vor, wurden die eisernen Leitungsmasten befördert.
Auch der Ozean war kein unüberwindbares Hindernis. Von Irland
nach New York wurde ein Transatlantikkabel gelegt. Dazu ließ
Siemens ein eigenes Kabelschiff bauen, die "Faraday".
Durch Störversuche feindlich gesinnter Firmen und dadurch,
daß das Kabel auf hoher See riß und in 5 000 m Tiefe
verschwand, wurde die Expedition zu einem aufregenden Abenteuer.
Fünf weniger aufreibende folgten: Der Name Siemens wurde
weltbekannt.
Große
Erfindungen
Für die
Stahlgewinnung erfanden die Brüder das Siemens-Martin-Verfahren.
Für den Bergbau gedacht wurde eine elektrische Eisenbahn
konstruiert und auf der Berliner Gewerbeausstellung vorgeführt.
Fröhlich unternahmen 10 000 Besucher eine Fahrt damit. Auch
die von ihm entwickelten Lichtmaschinen wurden bald das große
Geschäft. Glühlampen eroberten mit ihrem hellen Licht
die Städte und wurden auch bald im Bergbau eingesetzt. In
Berlin gab es bald elektrische Straßenbeleuchtung und Straßenbahnen.
Seit 1877 wurden in Berlin die ersten Fernsprecher aufgestellt,
die Siemens produzierte - und zuerst als technische Spielerei
abgetan. Aber Siemens hatte, wie schon beim Telegrafen, das enorme
Informationsbedürfnis der Zeit vorausgesehen.
Auch an andere
denken
Bereits 1885
beschäftigte das Unternehmen 1 100 Arbeiter in Berlin. Bald
trug ein ganzer Stadtteil den Namen "Siemensstadt".
Deshalb hielt er sich auch seinen Mithelfern, den Arbeitern des
Werkes, gegenüber verpflichtet. Er schuf, viel früher
als der Staat, für Krankheit, Unfälle und den Lebensabend
eine Pensionskasse, denn "mir würde das verdiente Geld
wie glühendes Eisen in der Hand brennen, wenn ich treuen
Gehilfen nicht den erwarteten Anteil gäbe", so sagte
Werner Siemens.
Auf der Weltausstellung
der Elektrotechnik 1881 in Paris erhielt das Haus Siemens das
Ehrendiplom. Werner Siemens erhielt unzählige Ehrungen. Er
bekam ein Ehrendoktor-Diplom und wurde zum Mitglied der Akademie
der Wissenschaften ernannt. 1888 bekam er den Adelstitel. Seither
hieß er Werner von Siemens. Er starb am 6. Dezember 1892
in Berlin.
Johannes
Kepler, der Begründer der modernen Astronomie
Jeden Tag
sehen wir, wie die Sonne im Osten aufgeht und im Westen untergeht.
Die Sonne scheint sich also um die Erde zu drehen. Das glaubte
man im Altertum[1] und im Mittelalter. Nikolaus Kopernikus (1473
- 1543) entdeckte jedoch, dass die Erde sich um die Sonne dreht.
Die Erde ist
nicht der Mittelpunkt
Das war damals
eine mutige Behauptung. Denn dann steht die Erde ja nicht mehr
im Mittelpunkt, um den sich alles dreht. Man könnte meinen:
Die Erde ist dann nur noch ein zufälliger Stern ohne jede
besondere Bedeutung. Alles auf der Erde ist letzten Endes ohne
Sinn. Auch an Gottes Existenz muss man dann zweifeln Es gibt keine
Sicherheit, keine festen Ordnungen und Grenzen mehr, das Weltall
wäre unendlich.
Dagegen hat
Johannes Kepler gezeigt: Auch wenn die Erde nicht im Mittelpunkt
der Welt steht, so herrscht doch überall im Weltall Ordnung
und Harmonie. Und daraus können wir lernen, dass alles im
Leben von uns Menschen wie im Weltall einen Sinn hat. Gott hat
die Welt geschaffen und meint es gut mit uns Menschen.
Kepler wurde
1571 geboren. Er wurde Astronom und bald ein berühmter Gelehrter.
Er schrieb zahlreiche Bücher über die Bewegungen der
Himmelskörper und den Aufbau des Weltalls, über Optik
und Geometrie. Er verfasste den ersten Science-Fiction- Roman.
Das Staunen
über Gottes Schöpfung
Da Kepler
in seiner Heimat Württemberg in Tübingen nicht Professor
werden konnte, führte er ein unruhiges Wanderleben in Habsburg-Österreich.
Er arbeitete ab 1594 in Graz, später in Prag am Hof des Kaisers
Rudolf II, dann in Linz und schließlich in Schlesien. Als
Evangelischer wurde er von der katholischen Kirche mehrmals vertrieben,
und manchmal konnte ihm sein Gehalt von seinen Arbeitgebern wegen
Geldmangels nicht ausgezahlt werden. Vor seinem Lebensende bekam
er noch die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648)
zu spüren, ehe er 1630 starb.
Kepler war
sehr wissbegierig und ständig am Forschen. Er war ein hochbegabter,
zäher Denker. Er war bescheiden und ehrlich, aber auch kritisch,
geistreich und ironisch.
Keplers größtes
Verdienst ist die Entdeckung der drei Keplerschen Gesetze.
Darin beschreibt er, wie sich die Planeten um die Sonne bewegen.
Das erste Gesetz lautet: Alle Planeten laufen in einer eiförmigen
Ellipse (nicht kreisförmig, wie man bis dahin meinte) um
die Sonne, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht. Das zweite
Gesetz lautet: Je weiter die Planeten von der Sonne entfernt sind,
desto langsamer laufen sie.
So hat Kepler
nachgewiesen, dass auch im Weltraum Gesetzmäßigkeit
und Ordnung herrschen. Galilei hat die Physik auf dem Experiment
aufgebaut. Kepler hat die Physik in den Weltraum ausgedehnt.
Kepler erkannte:
Wie z.B. eine Uhr im Kleinen einen Hersteller haben muss (denn
nichts entsteht von allein), so muss auch das große Uhrwerk
des Weltalls einen Schöpfer haben: Gott, der allmächtig
und allwissend ist.
Kepler bat
Gott um das Gelingen seiner Arbeiten. Er staunte über Gottes
Schöpfung und betete: Ich danke dir, Gott, du mein
Schöpfer, weil du mir Freude gegeben hast an dem, was du
gemacht hast. Ich habe die Herrlichkeit deiner Werke den Menschen
bekannt gemacht, soviel von ihrem unendlichen Reichtum mein kleiner
Verstand erfassen konnte.
Heinrich
von Kleist - ein verkanntes Genie
Nicht selten
werden große Künstler und Wissenschaftler in ihrer
Zeit nicht erkannt. Sie leiden oft Not und manche sterben früh.
So auch Heinrich von Kleist, einer der größten deutschen
Dichter.
Kleist wurde
1777 in Frankfurt/Oder in einer preußischen Offiziersfamilie
geboren. Nach einigen Jahren als Soldat begann er ein unruhiges
Wanderleben bis in die Schweiz und nach Paris. Seine Verlobung
löste er wieder auf. Er wollte ein Dichter werden wie seine
Zeitgenossen Goethe und Schiller. Später lebte Kleist in
Dresden und schließlich in Berlin.
Ein ehrgeiziger
und unruhiger Mensch
Kleist konnte
freundlich und herzlich, aber auch aggressiv sein. Er war als
Dichter sehr ehrgeizig. Immer schien Kleist an einer inneren Traurigkeit
zu leiden. Er war ein unruhiger, unzufriedener Mensch. Kleist,
der als Kind Gott gekannt hatte, glaubte nicht mehr an ihn. Aber
Gott hätte ihm helfen, ihn trösten und ihm inneren Frieden
geben können.
Der höhere
Frieden
Wenn sich
auf des Krieges Donnerwagen,
Menschen waffnen, auf der Zwietracht Ruf,
Menschen, die im Busen Herzen tragen,
Menschen, die der Gott der Liebe schuf:
Denk ich, können Sie doch mir nichts rauben,
Nicht den Frieden, der sich selbst bewährt,
Nicht die Unschuld, nicht an Gott den Glauben,
Der dem Hasse, wie dem Schrecken, wehrt.
Nicht des Ahorns dunkle Schatten wehren,
Daß er mich, im Weizenfeld, erquickt,
Und das Lied der Nachtigall nicht stören,
Die den stillen Busen mir entzückt.
Heinrich von Kleist (1792/93)
Kleist meinte:
Wir können die letzte Wahrheit nicht erkennen. Die Welt bleibt
für uns undurchschaubar. Wir handeln nicht aufgrund klarer
Erkenntnisse, klarer sittlich-moralischer Grundsätze, sondern
wir handeln aufgrund von mächtigen Gefühlen, die uns
beherrschen.
Diese Gefühle
sind oft negativ, z.B. Hass und Zerstörungslust. Kleists
Figuren treffen ihre Entscheidungen allein nach ihren innersten
Gefühlen, ohne Rücksicht auf die Gesellschaft: So zerfleischt
die Amazonenkönigin Penthesilea in der gleichnamigen Tragödie
ihren Geliebten Achill aufgrund eines Irrtums und tötet sich
dann selber. In der NovelleMichael Kohlhaas" kämpft
dieser fanatisch um sein Recht und wird dabei selber zum Räuber
und Mörder.
Ein genialer
Dramatiker
Kleist kennt
aber auch positive und heitere Gefühle. So zum Beispiel eheliche
Treue oder Liebe, wie in dem noch heute gespielten großen
historischen Ritterschauspiel" Das Käthchen von
Heilbronn". Auch seine humorvolle Komödie Der
zerbrochene Krug" wird heute noch oft aufgeführt, genauso
wie sein letztes Drama Der Prinz von Homburg". Hier
siegt der Prinz über sein Gefühl, das ihn zerstören
will. Er erkennt, dass es sittlich-moralische Grundsätze
gibt, und er gehorcht ihnen. Dadurch wird ihm das Leben neu geschenkt.
Kleist war
ein genialer Dramatiker. Aber auch seine Novellen sind Meisterwerke.
Ihre Sprache ist konzentriert-dramatisch, vorwärts drängend.
Kleists Dichtung ist keiner literarischen Schule zuzurechnen,
sie weist auf die Moderne voraus und nimmt, vor allem durch die
spannungsreiche Sprache, in manchem den Expressionismus vorweg.
Trotzdem fand
Kleist zu seiner Zeit keine Anerkennung. Er wurde arm, seine Familie
verstieß ihn, Napoleons Herrschaft über Deutschland
verbitterte ihn. Gott kannte er nicht. So sah er keinen Ausweg
mehr. Gemeinsam mit der schwer kranken Henriette Vogel (*1773),
deren Bekanntschaft er erst am selben Tag gemacht hatte, nahm
er sich am 21.11.1811 am Wannsee bei Berlin das Leben. Er war
ein Mensch, der uns trotz seiner Fehler Leid tut.
Die Weiße
Rose" - Studenten gegen Hitler
Hans Scholl (1918-1943)
Ist
es nicht eine Tatsache, dass heute jeder anständige Deutsche
sich seiner Regierung schämt?" So fragte ein Flugblatt,
das im Februar 1943 an der Universität München verteilt
wurde. Dahinter standen junge Studenten, die nicht länger
die Verbrechen der NS-Regierung tatenlos mit ansehen wollten.
Sie waren sogar bereit, im Kampf gegen einen Verbrecher ihr Leben
zu opfern.
Die Gruppe
nannte sich die Weiße Rose". Zu ihr gehörten
die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Willi
Graf, Christoph Probst und der Professor Kurt Huber . Die Gruppe
hatte um sich herum noch zahlreiche Freunde.
Sie alle lehnten
den Nazi-Staat ab, weil er den Menschen die Freiheit nahm. Jeder
in Deutschland musste so denken und handeln wie die Nazis. Wer
nicht gehorchte, kam schließlich in ein Konzentrationslager.
Dort wurden die Menschen gequält und häufig auch umgebracht.
Sophie Scholl (1921-1943)
Aber die meisten
Deutschen wussten nichts davon. Sie jubelten Hitler zu, wie anfangs
auch die Geschwister Scholl. Hitler hatte den Millionen Arbeitslosen
in Deutschland zu Arbeit und Wohlstand verholfen, und er hatte
Deutschland wieder stark und mächtig gemacht.
Bald aber
fing Hitler an, die Juden zu verfolgen und zu töten. Und
ab 1939 überfiel er ein Land nach dem anderen. Millionen
Menschen starben durch diesen Diktator.
Flugblätter
gegen Hitler
Die jungen
Medizinstudenten empörten sich dagegen. Aber was sollten
sie tun? Sie konnten Hitler nicht beseitigen. So begannen sie,
Flugblätter gegen ihn zu verbreiten. Mitte 1942 und Anfang
1943 druckten sie einige Flugblätter in einer Auflage von
jeweils einigen tausend Exemplaren. Diese sechs verschiedenen
Flugblätter verschickten sie mit der Post an Studenten und
Unbekannte aus dem Telefonbuch. Darin forderten sie zur Sabotage
und zum Sturz Hitlers auf. Sie verlangten Freiheit des Redens
und Denkens, Demokratie und mehr Lohn für die schlechter
Verdienenden.
Die meisten
Mitglieder der Weißen Rose" waren zunächst
Idealisten. Aber sie suchten leidenschaftlich nach Gott. Sophie
Scholl schrieb 1942: Ich bin Gott noch so fern, dass ich
ihn nicht einmal im Gebet spüre. Doch ich will mich an das
Seil klammern, das mir Gott in Jesus Christus zugeworfen hat".
Und ihr Bruder sagte im gleichen Jahr: Welche Kraft habe
ich im Beten gefunden! Endlich weiß ich, an welcher immer
fließenden Quelle ich meinen fürchterlichen Durst löschen
kann".
Zum Tode verurteilt
Anfang 1943
hatten die Studenten in München nachts mehrmals an viele
Häuserwände Sätze gemalt wie Nieder mit Hitler"
und Es lebe die Freiheit". Viele lasen diese Worte,
die Bevölkerung wurde unruhig. Kurz vorher war die deutsche
Armee bei Stalingrad von den Russen besiegt worden.
Am 18. Februar
1943 verteilten die beiden Scholls vormittags im Treppenhaus der
Münchener Universität hunderte von Exemplaren des sechsten
Flugblatts. Dabei wurden sie beobachtet und verhaftet. Vier Tage
später wurden sie bereits zum Tode verurteilt, und noch am
gleichen Tag starben sie durch das Fallbeil. Die anderen vier
Mitglieder der Weißen Rose" wurden ebenfalls
in den nächsten Monaten hingerichtet.
Die jungen
Menschen gingen alle ruhig und gläubig in den Tod. Sie wussten,
so jung sie waren, wofür sie starben und glaubten, dass sie
sich in der Gegenwart Gottes wieder sehen würden. Die beiden
Scholls nahmen vor ihrer Hinrichtung das Abendmahl. Als Sophie
sich von ihrer Mutter verabschiedete, sagte diese zu ihr: Nicht
wahr, Sophie, denke an Jesus, er nimmt dich jetzt zu sich".
Aber vertraue auch du auf ihn", antwortete ihr Sophie.
Eduard
Mörike - ein lyrischer Dichter
Er ist der
vielleicht bedeutendste lyrische Dichter Deutschlands. Seine Liebes-
und Naturgedichte gehören zu den schönsten der deutschen
Literatur. In diesem Jahr feiern wir seinen 200. Geburtstag: Eduard
Mörike
Eduard Mörike
Eduard Mörike wurde am 8.9.1804 in Ludwigsburg bei Stuttgart
in Württemberg geboren. Er besaß nicht viel körperliche
Kraft. So führte er immer ein ruhiges, etwas zurückgezogenes
Leben. Das zeigt z.B. sein Gedicht "Gebet". Trotzdem
hatte er zahlreiche Freunde und Bekannte. So auch die Dichter
Storm, Keller und Turgenjew.
Herr, schicke, was du willst,
ein Liebes oder Leides,
ich bin vergnügt, dass beides
aus deinen Händen quillt.
Wollest mit Freuden
und wollest mit Leiden
mich nicht überschütten.
Doch in der Mitten
liegt holdes Bescheiden.
Mörike
wurde evangelischer Pfarrer. Aber lieber dichtete er. Auch war
er oft kränklich. So war er jahrelang nur Vikar in verschiedenen
Dörfern Württembergs. Einmal verliebte er sich unglücklich.
Die Verlobung mit einer anderen Frau löste er nach vier Jahren
wieder auf. Aber aus beiden Verbindungen schrieb er schöne
Liebesgedichte.
In dem Gedicht
"Um Mitternacht" beschreibt Mörike das Gefühl
der Stille und Tiefe der Nacht, in der noch im Traum die Ereignisse
des Tages nachklingen:
Gelassen stieg
die Nacht ans Land,
lehnt träumend an der Berge Wand.
Ihr Auge sieht die goldene Waage nun
der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn.
Und kecker rauschen die Quellen hervor,
sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr
vom Tage,
vom heute gewesenen Tage.
Mörike
gebraucht schöne Bilder in seinen Gedichten . Viele Gedichte
drücken ein Gefühl aus: z. B. Freude über den Frühling,
Heimweh, das Erwachen am Morgen, Gottvertrauen, Liebesfreude und
-schmerz, Todesahnung. Mörikes Lyrik lässt den Bezug
auf die Antike, das Volkslied, auf Goethe und die Romantiker erkennen.
Die klassisch-romantische Balladentradition führte er fort.
1834 bekam
Mörike endlich eine feste Pfarrstelle in dem Dorf Cleversulzbach.
Eine unverheiratete Schwester versorgte ihn. Aber schon nach neun
Jahren ließ er sich pensionieren, mit einem bescheidenen
Ruhegehalt von jährlich 280 Gulden. Durch Literaturunterricht
an einem Mädchengymnasium in Stuttgart verdiente er sich
etwas dazu. Mit 47 Jahren heiratete er. Zwei Töchter wurden
ihm geboren.
Mörike
schrieb auch einen Roman und einige Novellen und Märchen.
Doch am bekanntesten sind bis heute seine lyrischen Gedichte.
Zu seiner Zeit wurde er jedoch nur wenig anerkannt.
Mörike
konnte mühelos dichten. Seine Gedichte sind voll echten Lebens.
Sie sind fast immer liebevoll - heiter, öfter mit etwas Humor
durchzogen. In späteren Jahren entstanden auch mehr "realistische"
Gedichte. So z.B. das Gedicht "Septembermorgen":
Im Nebel ruhet
noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.
Politik interessierte
Mörike nicht. Revolution lehnte er ab. Er sagte einmal, er
hätte "einen Ekel gegen Heines politisches Wischiwaschi".
Im Alter trennte
sich Mörike von seiner Frau. So war er in seinen letzten
Jahren einsam, kränklich und unversorgt. 1874 starb er in
Stuttgart. Auf dem Sterbebett hat er sich wieder mit seiner Frau
versöhnt.
Wilhelm
Busch
Ach, was muss
man oft von bösen
Kindern hören oder lesen!!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
Welche Max und Moritz hießen;
Mit diesen
Worten beginnt die bekannte und beliebte Lausbubengeschichte von
Max und Moritz. Geschrieben wurde sie von dem Kunstmaler und Dichter
Wilhelm Busch, der dadurch berühmt wurde. Wer aber war dieser
Wilhelm Busch eigentlich?
Geboren wurde
Wilhelm Busch am 15. April 1832 im niedersächsischen Ort
Wiedensahl. In seinem 9. Lebensjahr musste er sein Elternhaus
verlassen, weil es keinen Platz mehr im Haus gab. Er ging zu seinem
Onkel, von dem er unterrichtet wurde.
Sein Vater
wollte, dass er Maschinenbau studierte, obwohl seine Begabung
mehr beim Zeichnen und Malen lag. Mit 19 Jahren setze der Sohn
sich durch und begann ein Kunststudium in Düsseldorf. Bald
darauf ging er nach Antwerpen und schließlich auf die Kunstakademie
nach München. Künstlerisch geprägt wurde er vor
allem durch den niederländischen Maler Peter Paul Rubens,
den er wegen "seiner göttlichen Leichtigkeit der Darstellung"
sehr verehrte.
Zweifel, Freundschaften
und wegweisende Entscheidungen
In München,
wo er ab 1854 lebte und studierte, fand er zwar zuerst keine berufliche
Erfüllung, dafür aber Freunde und entscheidende Wegweisungen
für sein weiteres Leben. Er zweifelte anfangs daran, ob er
es "je recht gewagt hätte, sein Brot mit Malen zu verdienen."
Ab 1858 arbeitete er für die "Fliegenden Blätter"
und den "Münchener Bilderbogen". Der Herausgeber
dieser satirischen Blätter, Caspar Braun, wurde sein Freund
und Förderer. Ein Jahrzehnt nach der gescheiterten Revolution
von 1848 gab es eine große Nachfrage nach Publikationen
dieser Art, da offene Kritik nur schwer möglich war. Sein
Verleger erkannte Buschs scharfe gesellschaftskritische Beobachtungsgabe
und neben seinem zeichnerischen auch sein dichterisches Talent.
Wilhelm Busch schrieb später hierzu Folgendes: "Kein
Ding sieht so aus, wie es ist. Am wenigsten der Mensch, dieser
lederne Sack voller Kniffe und Pfiffe. Und auch abgesehen von
den Kapriolen und Masken der Eitelkeit. Immer wenn man was will,
muss man sich auf die zweifelhafte Dienerschaft des Kopfes und
der Köpfe verlassen und erfährt nie recht, was passiert
ist."
Bildergeschichten
mit Millionenauflage
Der entscheidende
Durchbruch als Künstler kam 1865 mit "Max und Moritz".
Sein gewitzter Verleger erkannte die Erfolgschancen dieser Bildergeschichte
sofort. Er gab die Bilderfolge als eigenständiges Buch heraus
und erreichte damit in kurzer Zeit eine Auflage in Millionenhöhe.
Es war der Auftakt für eine Reihe von großen Bildergeschichten,
in denen die herrschende Moral seiner Zeit satirisch durchleuchtet
wurde.
Weitere Werke waren unter anderem: "Die fromme Helene"
(1872), "Fipps der Affe" (1879), "Maler Klecksel"
(1884). 1874 erschienen ein Gedichtband und zwei Erzählungen.
Dem selbstgerechten Bürger hielt Busch mit ironischen Übertreibungen
einen Spiegel vor. Die Entlarvung des fadenscheinigen Spießbürgers
und seiner Moral nötigte selbst Historikern Respekt und Anerkennung
ab. Die treffliche Charakterisierung seiner Zeitgenossen zeigte
auch, dass Wilhelm Busch kein oberflächlicher Mensch war
und hinter den lustigen Bildergeschichten immer auch eine gehörige
Portion ernüchternde Ernsthaftigkeit steckte.
Rückzug
aus der Gesellschaft
Nachdem er
viele Jahre in München gelebt und gearbeitet hatte, kehrte
er der hektischen Weltstadt 1898 den Rücken und zog alleine
nach Mechtshausen im Harz. Wilhelm Busch war eher ein scheuer
und nachdenklicher Mensch, der den Rummel um seine Person nicht
mochte. Seinen Ruhm bezeichnete er als "Schwindelware".
Am 9. Januar 1908 starb er abgeschieden von der Außenwelt
in seinem Haus. Bis heute ist er mit seinen unvergesslichen Bildergeschichten
für viele Generationen ein Begriff.
Heinrich
Mann, der "deutsche Europäer"
Heinrich Mann im Jahr 1906 (Bild: Bundesarchiv-Bildarchiv, Potsdamer
Str.1, 56075 Koblenz)
Heinrich Mann
(1871-1950), der engagierte gesellschaftskritische Satiriker und
Chronist seiner Zeit, stand viele Jahre im Schatten seines Schriftsteller-Bruders
Thomas Mann und wurde erst seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts
von der breiten literarischen Öffentlichkeit geschätzt.
Eine ungewöhnliche
Karriere
Heinrich Mann
entstammt einer hoch angesehenen Lübecker Kaufmannsfamilie.
Seinem Vater, dem Senator Johann Thomas Mann, lag das öffentliche
Wohl der Stadt sehr am Herzen, er unterstützte tatkräftig
arme, ins Unglück geratene Bürger. Als ältester
Sohn war Heinrich Mann dazu bestimmt, die alte Handelsfirma zu
übernehmen. Er erhielt eine vorzügliche Bildung am Gymnasium.
Jedoch ließ er es an Fleiß und Aufmerksamkeit fehlen,
wie ihm die Lehrer wiederholt bestätigten. Zur großen
Enttäuschung der Eltern verlässt er vorzeitig das Gymnasium
und beginnt 1889 eine Lehre als Buchhändler in Dresden, die
er jedoch nach einem Jahr abbricht. Danach arbeitet er als Volontär
im S. Fischer Verlag Berlin und bestreitet seinen Lebensunterhalt
notdürftig aus dem Anteil an den Vermögenszinsen, die
er nach dem Tod des Vaters ererbt hat. Hier in Berlin entstehen
seine ersten literarischen Versuche: Kurzerzählungen und
Theaterkritiken. Trotz seiner labilen Gesundheit wechselt H. Mann
in den folgenden Jahren häufig seinen Wohnsitz, lebt in Frankreich
und Italien. Nach der Novelle "Das Wunderbare" erscheint
1903 der dreiteilige Roman "Die Göttinnen". Während
in den Frühwerken noch ästhetisch-emotionale Themen
im Mittelpunkt standen, treten in den folgenden Werken zunehmend
zeitkritisch satirische Züge in den Vordergrund, so in dem
Roman "Im Schlaraffenland"(1900), der den Untertitel
trägt "Ein Roman unter feinen Leuten." Als wichtig
gilt, zur "feinen Gesellschaft" dazuzugehören.
Ein brillanter
Satiriker
Als brillanter
Satiriker erweist sich H. Mann auch in dem Roman "Professor
Unrat"(1905). In der Gestalt des Gymnasialprofessors Raat
- von allen Schülern nur "Unrat" genannt -, kritisiert
der Schriftsteller mit erbarmungsloser Schärfe das übersteigerte
Autoritätsdenken zu Anfang des 20. Jahrhunderts, wobei die
Schule ihm nur als Modell dient. Das Buch wird 1931 nach einem
Drehbuch von Carl Zuckmayer unter dem Titel "Der Blaue Engel"
mit Marlene Dietrich und Emil Jannings in den Hauptrollen verfilmt.
In dem folgenden
Roman "Der Untertan" (1916) wird der militaristische
Ungeist, der geradewegs in den 1. Weltkrieg führte, angeprangert.
Der Roman zeichnet ein sarkastisches Porträt des deutschen
Spießbürgers ohne besondere Talente, dessen einziger
Ehrgeiz die unbedingte Nähe zu den Herrschenden und zur Macht
darstellt und der durch seinen Untertanengeist eine große
politische Gefahr ist.
Im Jahr 1914
brachen die Beziehungen zwischen Heinrich und seinem Bruder Thomas
Mann völlig ab. Ursache war die Bejahung des Krieges durch
Thomas Mann. Heinrich Mann hingegen verfasst mehrere Essays, in
denen er die national-chauvinistische Stimmung in Deutschland
scharf verurteilt. Er setzt sich konsequent für die Aussöhnung
zwischen Deutschland und Frankreich ein auf der Basis demokratischer
Strukturen, auch in den Jahren der Weimarer Republik.
In der Emigration
Als einer
der ersten Intellektuellen wird Heinrich Mann nach der Machtergreifung
Hitlers ausgebürgert und emigriert noch im Jahr 1933 nach
Frankreich. Im französischen Exil schreibt er gemeinsam mit
Andre Gide und Lion Feuchtwanger für antifaschistische Zeitschriften.
Bis 1940 lebt er in Nizza, wo er seine historische Romantrilogie
über Heinrich IV. vollendet. 1940 flieht er aus dem besetzten
Frankreich über Spanien und Portugal nach Los Angeles/USA.
Wie viele Intellektuelle leidet Heinrich Mann sehr unter dem Verlust
der Muttersprache und der eigenen Kultur.
1942 vollendet
er sein großes Werk "Ein Zeitalter wird besichtigt".
Dieses Werk ist mehr als eine Autobiografie: H. Mann betrachtet
Europa seit der Aufklärung, er schreibt über seine Liebe
zu Frankreich, seine Sympathien für die Ideen der Französischen
Revolution von 1789, über die Hintergründe des Scheiterns
der Weimarer Republik in Deutschland und den Verfall des intellektuellen
und politischen Lebens nach der Machtergreifung Hitlers. Eine
Veröffentlichung dieses Alterswerks in den USA scheitert
jedoch. Die materielle Situation des Schriftstellers bleibt weiterhin
sehr angespannt. Er ist auf finanzielle Zuwendungen seines Bruders
Thomas angewiesen, mit dem er sich im Exil ausgesöhnt hat.
Nach dem Selbstmord seiner Frau leidet H. Mann häufig an
Depressionen. Er stirbt 1950 in Santa Monica/Kalifornien kurz
vor seiner geplanten Rückkehr nach Ostberlin, wo ihm die
Präsidentschaft der Deutschen Akademie der Künste der
DDR angeboten worden war.
Heinrich Mann
gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter engagierter gesellschaftskritischer
Literatur im Deutschland der Weimarer Republik und als klassischer
Autor der Moderne.
Alexander
von Humboldt (1756-1859), der letzte Universalgelehrte
"Es ist
ein Treiben in mir"
Kein anderer
Mensch hat die Weltkarte so nachhaltig mit seinem Namen markiert;
sei es der Humboldtstrom in Südamerika, der Berg Peak Humboldt
in Venezuela, der Humboldt Peak in Colorado. Städte, Berge,
Flüsse und außerdem zahlreiche Tier-und Pflanzennamen
erinnern noch heute an den bedeutenden Naturforscher. Schon Johann
Wolfgang von Goethe hatte Humboldts Vielseitigkeit mit folgenden
Worten gepriesen: "Wohin man blickt, er ist überall
zu Hause und überschüttet uns mit geistigen Schätzen.
Er gleicht einem Brunnen mit vielen Röhren, wo es immer erquicklich
und unerschöpflich entgegen strömt."
Heute schätzen
ihn Botaniker als Pionier der Pflanzengeographie, einen Wissenschaftszweig,
den er begründete. Humboldt war uneigennütziger Förderer
junger Naturwissenschaftler, Kulturwissenschaftler wie Manfred
Osten, ehemaliger Generalsekretär der Alexander- von- Humboldt-
Stiftung feiern Humboldt als "letzten Universalgelehrten
der Geschichte". Neben der Erforschung des einzelnen Gegenstandes
auf verschiedenen Gebieten war es stets sein Ziel, die inneren
Zusammenhänge, die Gesetzlichkeit in der Entwicklung der
Natur zu ergründen und in Beziehung zu setzen zu "benachbarten"
Forschungsgegenständen. Somit können wir ihn heute -
modern ausgedrückt- als einen der Begründer der interdisziplinären
Forschung betrachten.
Als Alexander
von Humboldt vor 150 Jahren in Berlin starb, war er fast 90 Jahre
alt. Dabei hatte er sich im Laufe seines Lebens einer Gefahr nach
der anderen ausgesetzt: Die Wirkung elektrischer Aale hatte er
in Südamerika am eigenen Leib überprüft. Er hatte
das Lianen-Gift "Curare" getrunken, um zu beweisen,
dass es nur durch direkten Blutkontakt tödlich wirkt. Mit
leichten Lederschuhen stieg er auf den über 6000 Meter hohen
Chimborazo in Ecuador, den er für den höchsten Berg
der Welt hielt. Etwa 600 Meter vor dem Gipfel musste er jedoch
umkehren. Als erster hat Humboldt die Symptome der Höhenkrankheit
beschrieben.
Geboren wurde
A .v. Humboldt am 14. September 1769 in Berlin als Sohn einer
wohlhabenden preußischen Adelsfamilie. Er interessierte
sich, anders als sein philologisch orientierter älterer Bruder
Wilhelm, schon früh für Naturgeschichte. An den Universitäten
Frankfurt/Oder und Göttingen studierte er Naturwissenschaften,
ging dann aber auf Drängen seiner verwitweten Mutter als
Student der Staatswirtschaftslehre nach Hamburg, danach an die
Bergakademie nach Freiberg in Sachsen, um sich auf den höheren
Staatsdienst vorzubereiten. Als Bergassessor bewies er sein soziales
Engagement: Er gründete auf eigene Kosten eine "Bergschule"
zur kostenlosen Ausbildung der Bergarbeiter, für die er auch
Atemschutzgeräte und Grubenlampen entwickelte.
1796 begab
sich A. v. Humboldt nach Paris, wo er den Arzt und Botaniker Aime
Bonpland kennen lernte. Gemeinsam bereiteten sie ihre erste Expedition
vor. Diese führte 1799 zwar nicht wie geplant an den Südpol,
sondern nach Venezuela. Dort lernte Humboldt die Sklaverei in
ihrer schlimmsten Form kennen. Erschüttert von diesen Eindrücken,
schrieb er eindringliche Appelle für die " allgemeine
Humanisierung", die allerdings an den Zuständen im Lande
nichts bewirkten. "Alle Menschen sind gleichmäßig
zur Freiheit bestimmt", schrieb Humboldt in seinem Tagebuch.
Humboldt fuhr in einem Indianerboot den Orinoco hinauf und entdeckte
einen Wasserarm, der das Flusssystem des Orinoco mit dem des Amazonas
verband. Die Quelle des Orinoco blieb zwar weiterhin unbekannt,
doch zwischen "indianischen Tigern" und "mehr Mücken
als Luft" sammelte Humboldt etwa 6000, darunter 3600 bisher
unbekannte Pflanzenarten. Mit seinem Reisebegleiter Bonpland setzte
er nach Kuba über, reiste weiter nach Kolumbien, Ecuador
und Peru, wo er den Guano als Dünger entdeckte. Über
Mexiko reiste er in die USA, dort bereitete ihm Präsident
Thomas Jefferson einen ehrenvollen Empfang. Als die Pariser Humboldt
bei seiner Rückkehr im Jahre 1804 wie einen Helden feierten,
soll Kaiser Napoleon äußerst eifersüchtig auf
die erfolgreichen Forscher gewesen sein. In den folgenden Jahren
wertete Humboldt die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Expedition
aus. Es entstand ein umfangreiches Werk in 33 Bänden. Neben
Botanik, Zoologie, Meteorologie sind darin auch für die damalige
Zeit einzigartige neue Erkenntnisse über Wirtschaftsgeographie
und Ethnologie zusammen getragen. Wegweisend waren seine Forschungen
auch auf dem Gebiet der Meteorologie: Humboldt untersuchte die
Zusammensetzung der Atmosphäre. Er hatte die gesetzmäßige
Abnahme der Temperatur mit zunehmender Höhe erkannt und zeichnete
1817 die erste Isothermenkarte der Erde. Da Humboldts finanzielle
Mittel durch die ausgedehnten Expeditionen aufgebraucht waren,
nahm er die Einladung des preußischen Königs Friedrich
Wilhelm III. nach Berlin an. Er wurde königlicher Kammerherr
und begann nebenbei eine umfangreiche Vorlesungstätigkeit
an wissenschaftlichen Einrichtungen.
Im Jahr 1829
nahm Humboldt nochmals als Geologe an einer Expedition teil, diese
führte ihn nach Sibirien, wo im Auftrag des russischen Zaren
Nikolai I. die Diamantenvorkommen untersucht wurden. Weiter reiste
er in den Ural, ins Altai Gebirge und bis ans Kaspische Meer.
Nach seiner Rückkehr nach Berlin arbeitete Humboldt bis zu
seinem Tod an seinem Lebenswerk, einer "physischen Weltbeschreibung",
die er unter dem Titel "Kosmos" herausgab. Jedoch konnte
er dieses Werk nicht mehr vollenden. Zwischen 1845-1862 waren
insgesamt fünf Bände erschienen. Erst nach seinem Tod
wurde sein literarisch und wissenschaftlich interessanter Briefwechsel
mit Johann Wolfgang von Goethe, Varnhagen und den Naturwissenschaftlern
Bunsen und Gauß, sowie mit seinem Bruder, dem bedeutenden
Philologen Wilhelm von Humboldt, veröffentlicht.
Mozart
- ein Wunder der Musik
Ein Wunderkind
Viele kennen
die Kleine Nachtmusik und wissen vielleicht auch,
dass sie von Mozart stammt. Aber ist uns auch bewusst, dass dieser
Mann eins der größten Musikergenies war? Er wurde nur
35 Jahre alt und hat über 600 Werke geschaffen - eine unfassbare
Leistung in solch einem kurzen Leben. Und dabei ist seine Musik
von einer Schönheit wie die keines anderen Komponisten. Viele
Komponisten werden bewundert - Mozart wird weltweit geliebt.
Mozarts Vater
Leopold, ein berühmter Musikpädagoge, war Deutscher
und stammte aus Augsburg in Süddeutschland. In Salzburg in
Österreich wurde am 27. Januar 1756 sein Sohn Wolfgang Amadeus
geboren.
Der kleine
Wolfgang war ein musikalisches Wunderkind. Liebevoll und streng
gab ihm der Vater eine gute musikalische Ausbildung. Mit fünf
Jahren komponierte er ein erstes kleines Klavierstück.
Reisen durch
Europa
Von Wolfgangs
sechstem Lebensjahr an machte der Vater mit ihm und seiner Schwester
immer wieder Konzertreisen durch halb Europa, bis hin nach Paris
und London. Überall fand der junge Mozart begeisterte Aufnahme.
Die adlige Gesellschaft staunte über das virtuose Klavierspiel
des Kleinen und war begeistert.
1764 komponierte
Wolfgang die ersten Violinsonaten und seine erste Sinfonie, mit
12 Jahren die erste Oper. In Rom beim Papst schrieb er eine neunstimmige
Messe, die nicht gedruckt werden durfte, nach zweimaligem Hören
auswendig nieder!
Unbefriedigt
in Salzburg
1772 fand
Mozart eine Anstellung als Konzertmeister in der Hofkapelle des
Salzburger Erzbischofs. Hier entstanden unter anderem viele Messen
für den Gottesdienst. Aber der Erzbischof behandelte ihn
wie einen Lakaien.
Mozart war
sich durchaus seines überdurchschnittlichen musikalischen
Könnens bewusst, deshalb litt er unter der schlechten Behandlung
durch den Erzbischof. 1781 kündigte er nach einem Streit
mit ihm seine Stellung dort und ging nach Wien.
Keine Anstellung
In Wien fand
Mozart nicht die erhoffte ehrenvolle Anstellung, weder am Hof
des Kaisers Josef II. noch anderswo. Man erkannte zwar sein Können,
aber er ging in allem und so auch musikalisch seinen eigenen Weg.
Womöglich war seine Musik deshalb für manchen zu schwierig.
Vielleicht
misstraute man ihm auch wegen seiner freien Meinungen. Er kritisierte
leicht Menschen und Autoritäten, so z.B. auch die katholische
Kirche, obwohl er sich dem Christentum in bestimmter Weise verbunden
fühlte. Er trat in den Freimaurerorden ein, weil er hier
als gleichberechtigt anerkannt wurde.
Triumphe in
Wien
Trotzdem waren
Mozarts erste Wiener Jahre gute Jahre. Er heiratete Constanze
Weber und war glücklich mit ihr. Seine Liebe zu ihr spricht
aus der ersten seiner vier Opern Die Entführung aus
dem Serail. 1786 folgte die Oper Figaros Hochzeit.
Der ältere Josef Haydn wurde sein Freund und bewunderte ihn.
Diese Jahre waren die glücklichsten im Leben Mozarts. Auch
finanziell ging es ihm relativ gut.
Es geht abwärts
Aber dann
blieben die Besucher aus seinen Konzerten fort. 1787 begeisterten
sich die Prager zwar noch einmal an seiner neuen Oper Don
Giovanni. Aber Mozart und seine Frau waren beide großzügig
im Geldausgeben. So hatte er oft kein Geld und musste demütigende
Bettelbriefe an seine Bekannten schreiben.
Auch jetzt
noch entstanden herrliche Werke. So die kraftvolle Jupiter-Sinfonie,
die aber kaum aufgeführt wurde. In Mozarts Musik mischten
sich jetzt immer mehr entsagende, traurige Töne.
1791 wurde
seine letzte Oper Die Zauberflöte, eine Märchenoper
mit freimaurerischen Gedanken, uraufgeführt. Wenige Wochen
später starb Mozart. Sein Requiem blieb unvollendet. In einem
unbekannten Grab für arme Leute wurde er beerdigt - eins
der größten musikalischen Genies.
Leben und
Leiden des Georg Trakl
Geboren wurde
der österreichische Dichter am 3.2.1887 in Salzburg. Sein
Vater war ein Händler für Eisenwaren und ein fröhlicher,
lebenslustiger Mensch. Seine Mutter war neurotisch veranlagt und
liebte die Kunst. Georg Trakl wuchs äußerlich wohlbehütet
als viertes von sechs Kindern auf. Von 1897 bis 1905 besuchte
er das humanistische Staatsgymnasium. In den Schulfächern
Latein, Griechisch und Mathematik waren seine Leistungen gering.
Deshalb wurde er zweimal während seiner Schulzeit nicht versetzt.
Danach entschloss er sich, in der Hauptstadt Wien ab 1908 Pharmazie
zu studieren. Er wollte Apotheker werden.
Veröffentlichung
erster Gedichte
Durch Kontakte
zum Akademischen Verband für Literatur und Musik
wurden seine ersten Werke in der Zeitschrift Der Brenner
veröffentlicht. Der Herausgeber unterstützte ihn und
erkannte die große literarische Begabung von Georg Trakl.
1910, im Todesjahr seines Vaters, schloss er mühsam sein
Studium als Magister der Pharmazie ab und lebte ab 1912 in der
Stadt Innsbruck. Danach meldete sich Trakl freiwillig für
ein Jahr zum Militär als Medikamentenbeamter. Als Apotheker
arbeitete er abwechselnd in Salzburg, Wien und Innsbruck. Aber
er hielt es nirgends lange aus. Georg Trakl war ein schwermütiger
und unruhiger Einzelgänger. Nur zu seiner Schwester Margarethe
(Grethe) hatte er einen starken Bezug. Er konnte das Leben nur
sehr schwer ertragen und stürzte sich immer wieder in übermäßigen
Drogen- und Alkoholkonsum. Margarete hielt zu ihm, sie teilte
auch seine Abhängigkeit von den Drogen. Sie studierte Musik
in Wien und später in Berlin. Georg war sehr eifersüchtig
und ertrug es nur mit innerlichen Qualen , wenn seine kleine Schwester
mit anderen Männern zusammen war.
Ein entscheidendes
Erlebnis
Im Jahre 1912
heiratete Grethe einen deutschen Buchhändler
in Berlin. Georg versetzte dies in einen Schockzustand und löste
seine kreativste dichterische Lebensphase aus. Sein dichterisches
Werk ist geprägt von Trauer, Angst, Schwermut und der Suche
nach dem Sinn des Lebens. Die bildhafte Sprache seiner Gedichte
war von großer düsterer Kraft und Farbenpracht. Er
gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter des österreichischen
Expressionismus . Trakl verstand es, seine tiefsten schmerzhaften
Empfindungen in Worte zu fassen und ihnen einen unvergleichlichen
Ausdruck zu verleihen. Dabei ließ er sich auch in seinen
Motiven von den antiken Mythen beeinflussen wie zum Beispiel in
seinem Gedicht Orpheus. Auch die Bildwelt des Christentums
hatte ihn inspiriert. Bei Kriegsausbruch (1914) rückte er
als Medikamentenbetreuer nach Galizien (Ukraine) und musste nach
der blutigen Schlacht bei Grodek/Rawa-Ruska alleine für neunzig
Schwerverwundete in einer Scheune die Betreuung übernehmen.
Trakl erlitt einen Nervenzusammenbruch und wurde von seinen Kameraden
daran gehindert, sich selbst zu erschießen.
Ein frühes
Ende
Weil er einen
schweren seelischen Schock bekommen hatte, wurde er schließlich
zur Beobachtung nach Krakau überführt. Dort starb er
im Alter von 27 Jahren an einer Kokainvergiftung. Man ist sich
heute nicht sicher, ob es sich dabei um einen Selbstmord oder
um einen Unglücksfall handelte. Wie seine Schwester darauf
reagierte ist weithin unbekannt. Man weiß nur, daß
sie eine Schwangerschaft abgebrochen hat und sich drei Jahre nach
dem Tod des Bruders selbst erschossen hat. Ihre Ehe war nicht
glücklich. Die tiefsinnigen Gedichte Georg Trakls in der
ihm eigenen Sprache sind das Spiegelbild einer zerfallenden Welt
und treffender Ausdruck einer scheinbar zusammenhanglosen Bilderfülle.
Die Tiefe seiner Werke ist auch heute kaum ergründbar. In
der Bibel steht: Nichts ist so abgründig wie das menschliche
Herz. Voll Unheil ist es; wer kann es durchschauen? (Jer. 17,9).
Gott aber kann es!
Die Brüder
Grimm: Jacob und Wilhelm Grimm
Am 4.Januar
1785 wurde Jacob Grimm in Hanau geboren, sein Bruder Wilhelm am
24.Februar 1786. So unzertrennlich wie ihre Namen heute noch sind,
lebten die Brüder ihr ganzes Leben lang. Nach dem frühen
Tod des Vaters wuchsen sie in sehr bescheidenen Verhältnissen
auf.
Jacob und Wilhelm Grimm (Bild: Wikipadia Commons)
Die finanzielle Unterstützung einer Tante ermöglichte
ihnen ein Jurastudium in Marburg. Fast gleichzeitig entdeckten
die Brüder ihre Neigung für alte Sprachen und Dichtung,
deren Erforschung sie ihr weiteres Leben widmeten. Gemeinsam veröffentlichten
sie eine Sammlung von deutschen Volksliedern und in den Jahren
1812-1814 die weltbekannt gewordenen Kinder- und Hausmärchen
in 2 Bänden, die neben 60 Märchen alle Formen der Volkspoesie
enthalten wie Legenden, Scherz- und Gruselgeschichten, sowie Tiererzählungen.
Nach einer Tätigkeit im Auswärtigen Amt ging Wilhelm
Grimm 1814 als Bibliothekar nach Kassel, wenig später folgte
ihm Jacob nach. Auch Wilhelms Heirat im Jahre 1825 änderte
nichts daran, dass der Lebensweg der beiden Brüder weiterhin
parallel verlief. Sie nahmen beide einen Ruf an die Universität
Göttingen an, teilten dort die Wohnung und arbeiteten Tür
an Tür.
1840 wurden die Brüder von König Friedrich Wilhelm IV.
an die Akademie nach Berlin berufen. In Berlin begannen die Brüder
ihr gemeinsames Lebenswerk, die Erarbeitung eines Deutschen
Wörterbuchs, das den Wortschatz der deutschen Sprache
aus 400 Jahren in alphabetischer Reihenfolge erfassen und für
jedermann verständlich erklären sollte.
Die Brüder
Grimm hatten das Wörterbuch zunächst auf 4-6 Bände
geplant und glaubten, diese Arbeit in vier Jahren bewältigen
zu können. Seine Vollendung dauerte jedoch 100 Jahre, denn
erst 1961 kam es zu einem vorläufigen Abschluss. Aus den
geplanten 4-6 Bänden wurden 33 Bände. Es ist bis heute
das umfangreichste und wissenschaftlich bedeutendste Wörterbuch
der deutschen Sprache.
Jacob Grimms
Leben war äußerlich bewegter als das seines Bruders.
Er arbeitete als Sekretär in öffentlichen Aufgaben,
doch ließen ihm seine Amtsgeschäfte genügend Zeit
für wissenschaftliche Studien. So arbeitete er nebenbei intensiv
an seiner Deutschen Grammatik, mit der er die deutsche
Philologie begründete.
Hans im Glück
Hans hatte
sieben Jahre bei seinem Herrn gedient, da sagte er eines Tages
zu ihm: Herr, meine Zeit ist um, gebt mir meinen Lohn, ich
möchte nach Hause zu meiner Mutter zurückkehren.
Der Herr antwortete: Du hast treu und fleißig gearbeitet.
Wie deine Arbeit war, so soll dein Lohn sein. Und er gab
Hans ein großes Goldstück.
Hans wickelte das Goldstück in ein Tuch und legte es sich
auf die Schulter und machte sich auf den Heimweg. Da kam ihm ein
Reiter entgegen. Ach, sprach Hans ganz laut, was
ist Reiten doch so schön. Da sitzt man hoch oben, stößt
sich an keinen Stein, schont die Schuhe und kommt ohne Mühe
schnell vorwärts. Der Reiter hielt sein Pferd an und
rief: Hallo Hans, warum gehst du zu Fuß und hast doch
so schwer zu tragen? Ich muss ja wohl, antwortete
Hans. Ich habe einen Klumpen Gold heimzutragen. Der drückt
mich auf die Schulter. Weißt du was, sagte
der Reiter, wir wollen tauschen. Ich gebe dir mein Pferd,
und du gibst mir deinen Goldklumpen. Von Herzen gern,
antwortete Hans. Der Reiter nahm das Gold, half Hans auf das Pferd,
und dieser ritt - hopp, hopp - davon. Aber bald lief das Pferd
so schnell, dass Hans sich nicht mehr im Sattel halten konnte
und in einen Graben fiel.
Da kam ein Bauer daher, der eine Kuh vor sich her trieb. Der Bauer
half Hans wieder auf die Beine, Hans bedankte sich und sagte:
Das Reiten macht keinen Spaß, da finde ich Eure Kuh
besser, die so schön langsam läuft. Und von einer Kuh
hat man hat man jeden Tag Milch, Butter und Käse.
Nun,
sprach der Bauer, wenn du so großen Gefallen an meiner
Kuh hast, so will ich sie dir gern für dein Pferd geben.
Hans sagte froh ja. Wenn ich ein Stück Brot habe, so kann
ich nun immer Butter und Käse dazu essen, hab ich Durst,
so melke ich meine Kuh und trinke Milch. Herz, was willst du mehr,
dachte Hans und zog mit der Kuh davon. Gegen Mittag brannte die
Sonne immer heißer, und Hans wurde sehr durstig. Also band
er seine Kuh an einen Baum und bemühte sich, die Kuh zu melken.
Da er keinen Eimer hatte, legte er seine Ledermütze unter.
Aber so sehr er sich auch bemühte, es kam kein Tropfen Milch.
Und weil er so ungeschickt war, gab ihm die Kuh mit einem der
Hinterfüße einen solchen Schlag vor den Kopf, dass
er zu Boden stürzte und vor Schmerz fast wie betäubt
war.
Glücklicherweise
kam gerade ein Metzger vorbei, der auf einem Karren ein junges
Schwein transportierte. Ach, sagte Hans, wer
so ein Schwein hat, dem geht`s wirklich gut. Wenn man es schlachtet,
bekommt man saftigen Braten und viel gute Wurst. Einverstanden,
sagte der Metzger. Dir zuliebe will ich mein Schwein gegen
deine Kuh tauschen.
Hans zog ganz
glücklich weiter, weil alles nach seinen Wünschen ging.
Bald begegnete er einem Jungen, der eine große, schöne
Gans unterm Arm trug. Sie machten gemeinsam Rast, und Hans erzählte,
wie er immer so vorteilhaft getauscht hatte. Aber der Junge schüttelte
bedenklich den Kopf. Mit deinem Schwein ist wohl etwas nicht
ganz richtig, sagte er mit ernster Stimme.
Im Dorf
ist dem Bürgermeister ein Schwein aus dem Stall gestohlen
worden. Ich fürchte, du hast dieses Schwein eingetauscht.
Die Dorfleute suchen schon nach dem Dieb, und es wäre schrecklich
für dich, wenn sie dich mit dem Schwein erwischten.
Da erschrak Hans sehr. Hilf mir doch, nimm das Schwein und
gib mir die Gans, bettelte er. Der Junge willigte ein und
ging rasch davon. Hans freute sich und dachte: wie wird meine
Mutter staunen, wenn sie die prächtige Gans sieht!
Als er in
das nächste Dorf kam, stand da ein Scherenschleifer mit seinem
Karren, der fragte Hans: Wo hast du die schöne Gans
gekauft? Hans antwortete: Die habe ich nicht gekauft,
sondern für ein Schwein eingetauscht. Und das
Schwein? Das habe ich für eine Kuh bekommen.
Und die Kuh? Die habe ich für ein Pferd
gekriegt. Und das Pferd? Dafür habe
ich eine großen Klumpen Gold gegeben. Und das
Gold? Das war mein Lohn für sieben Jahre Arbeit.
Wenn
du deine Taschen immer voll Geld haben willst, so musst du dir
einen Schleifstein kaufen und ein Schleifer werden. Da habe ich
einen Wetzstein für dich, der ist zwar ein wenig schadhaft,
aber ich will auch nicht mehr dafür als deine Gans.
Hans dachte nach: Habe ich immer Geld in der Tasche, so bin ich
der glücklichste Mensch in der Welt. Er gab dem Schleifer
die Gans und nahm den Wetzstein.
Weil Hans
seit dem frühen Morgen auf den Beinen war und große
Strecke hinter sich hatte, wurde er müde. Er setzte sich
an den Rand eines Brunnens, um auszuruhen und zu trinken. Den
Wetzstein legte er neben sich auf den Brunnenrand. Er beugte sich
ein wenig hinab, um zu trinken. Da fiel der Wetzstein plötzlich
in den Brunnen. Hans sprang vor Freude auf. Er war so froh, dass
er den schweren Stein nicht mehr schleppen musste. Jetzt
bin ich der glücklichste Mensch in der Welt, befreit von
aller Last, rief er erleichtert. Mit frohem Herzen lief
er ganz schnell weiter, erreichte bald sein Heimatdorf und fiel
seiner Mutter in die Arme.
Lessing
Kämpfer für Freiheit und Humanität
Wir genießen
heute viele Freiheiten. Die wichtigsten sind in den Menschenrechten
zusammengefasst. Das war nicht immer so. Mit der Aufklärung
im 18. Jahrhundert begann der Kampf für persönliche
Freiheit und Menschenrechte. Der bedeutendste Vorkämpfer
dafür in Deutschland war Gotthold Ephraim Lessing (1729
1781).
Lessing war
Schriftsteller, ein bedeutender Essayist und Dramatiker. Er kämpfte
für Toleranz und für eine edle Gesinnung unter den Menschen.
So half er, den Humanismus der deutschen Klassik vorzubereiten.
Eigenwillig
und keck, ein feuriges Temperament so
wurde er in seinen Gymnasiums-Zeugnissen beurteilt. Seine Mitschüler
nannten ihn Admirabilis, den Bewundernswerten,
weil er auch dem Direktor zu widersprechen wagte.
Lessing stammte
aus einem Pfarrhaus in Kamenz (Sachsen). Als Kind besuchte er
keine öffentliche Schule, sondern bekam Privatunterricht.
Nach dem Abitur an der Eliteschule St. Afra in Meißen (Sachsen)
begann er in Leipzig, Theologie zu studieren. In dieser Zeit entwickelte
sich sein Interesse für Literatur und Dichtkunst. Da er die
Bürgschaft für verschuldete Schauspieler übernahm,
musste er Leipzig verlassen, und so setzte er sein Studium in
Berlin fort. Er wurde freier Schriftsteller.
In Berlin
fand er interessante Gesprächspartner wie Voltaire und den
weisen jüdischen Moralphilosophen Moses Mendelssohn. Im Siebenjährigen
Krieg, angestellt als Sekretär bei der preußischen
Armee, genoss er das freie Soldatenleben. In dieser Zeit schrieb
er das Lustspiel Minna von Barnhelm, sowie zahlreiche
Fabeln in Versen. Immer auf der Suche nach fortschrittlich gesinnten
Menschen ging Lessing 1767 nach Hamburg an das dort gegründete
deutsche Nationaltheater. Hier schrieb er die Hamburgische
Dramaturgie.
Lessing erhoffte
für Deutschland eine neue Blüte der deutschen Dichtung,
wie sie kurz darauf mit Goethe, Schiller und anderen ja auch eintraf.
Als Musterbeispiele dafür schrieb er mehrere Dramen. In der
heute noch gespielten Komödie Minna von Barnhelm
gestaltete er echte Menschen seiner Zeit aus Fleisch und Blut,
damals etwas Neues. In Emilia Galotti, dem ersten
deutschen bürgerlichen Trauerspiel, kritisierte er die Willkürherrschaft
der damaligen Fürsten.
In Hamburg
veröffentlichte Lessing die anonymen Fragmente eines
Ungenannten. Die eindeutig antichristlichen Tendenzen in
dieser Schrift trugen Lessing scharfe Kritik von der Kirche ein.
Er wehrte sich unter anderem mit dem Drama Nathan der Weise.
Darin sagt Lessing durch die Person des weisen Juden Nathan: Die
Menschen sollen sich in ihrer Verschiedenheit akzeptieren. Der
Wert der Religionen besteht in ihrem Streben nach Wahrheit, nach
tätiger Menschenliebe. Alle Religionen haben den gleichen
wahren Kern: nämlich die Forderung, das Gute zu tun, sowie
den allerdings sehr blassen Glauben an einen Weltschöpfer.
Auf alles Übrige, also im Christentum z. B. auch auf die
Erlösung durch Christus, kann und soll man verzichten.
Seine letzten
Lebensjahre ab 1770 bis zu seinem Tod im Jahr 1781 verbrachte
Lessing recht einsam und fast blind in dem kleinen Wolfenbüttel.
Dort war er Bibliothekar beim Herzog von Braunschweig und verwaltete
dessen weltberühmte Bibliothek. In seiner letzten Schrift
Die Erziehung des Menschengeschlechts sieht er die
Menschheit auf dem Weg zu immer größerer Vollkommenheit.
Maßgebend ist nach Ansicht Lessings allein das sittliche
Verhalten des einzelnen Menschen.
Wir sind dankbar
für unsere heutige Freiheit, die Lessing, neben anderen,
für uns erkämpft hat. Wir sehen jedoch heute auch die
Gefahren von zu viel Freiheit: Anwachsen des Drogenmissbrauchs
und der Kriminalität, der Profitgier in der Wirtschaft, der
Ehescheidungen, des Terrorismus. Deshalb ist es die Frage, ob
die Menschheit sich heute wirklich auf dem Weg zum Besseren befindet.
Viele Christen
bekennen: Nur durch Jesus, durch seine Erlösung am Kreuz,
bin ich frei geworden und werde immer mehr frei von meinen Fehlern.
Wir Menschen brauchen Gott, wenn uns wirklich geholfen werden
soll.
Freud
- Entdecker der kranken Seele
Das Unbewußte
Wir können
körperlich gesund und doch krank sein. Zum Beispiel Magenschmerzen
oder Herzstörungen haben, oder unter Depressionen leiden,
unter Ängsten, Süchten, Zwangs-handlungen. Dann ist
unsere Seele krank. Die Seele als Krankheitsursache entdeckt zu
haben ist das Verdienst von Sigmund Freud.
Freud wurde
1856, also vor 150 Jahren, in Freiberg in der heutigen Slowakei
geboren. Das Land gehörte damals zur österreichisch-ungarischen
Monarchie. Seine Eltern waren Juden. Freud fühlte sich geistig
immer als Deutscher, bis in Deutschland der Antisemitismus mächtig
wurde.
Er heiratete
eine deutsche Jüdin, mit der er sechs Kinder hatte. Die Ehe
war gut. Trotz seiner revolutionären Entdeckungen war Freud
in seinem Lebensstil konservativ.
Freud wurde
Arzt in Wien. Durch Behandlung seelisch Kranker fand er heraus:
Wenn diese Kranken spontan alles sagen konnten, was ihnen zu wichtigen
Dingen einfiel, z.B. ihren Eltern oder einem wichtigen Ereignis,
dann wurden dadurch seelische Störungen bei ihnen erkennbar.
Diese konnte man dann behandeln und nach Möglichkeit beseitigen.
Auch in Träumen und Fehlleistungen treten aus dem Unbewußten
Gedanken, Wünsche, Konflikte zutage.
Freud benutzte
für seine Patienten die berühmte Couch, damit diese
ganz entspannt und offen reden konnten.
Der Ödipus-Komplex
Weiterhin
entdeckte Freud: Jeder Junge ist als Kleinkind in seine Mutter
verliebt, unbewußt auch sexuell, und auf seinen Vater eifersüchtig,
jedes Mädchen in den Vater verliebt. Gelingt dem Jungen schließlich
die Identifizierung mit dem Vater, so wird er ein seelisch gesunder
Mann. Muss er seine Sexualität aufgrund der gesellschaftlichen
Normen jedoch verdrängen oder weil der Vater ihn abstößt,
können bei ihm seelische Störungen auftreten. Er kann
sich nicht voll als Mann entwickeln mit der Hinwendung zum weiblichen
Geschlecht und kann z.B. homosexuell werden. Bei den Mädchen
ist es umgekehrt.
Freud nannte
dies Verhalten den Ödipus-Komplex. Ödipus
hat in der griechischen Sage seinen Vater getötet und seine
Mutter geheiratet.
Freud sah
den Geschlechtstrieb als den Zentraltrieb im Menschen. Aus der
Verdrängung oder dem falschen Umgang mit der Sexualität
in der Kindheit entstehen seiner Meinung nach die meisten Neurosen,
seelische Störungen. Für die damalige Zeit war diese
Behauptung ein Skandal.
Später
stellte Freud neben den Geschlechtstrieb als Gegensatz den Zerstörungs-
oder Todestrieb.
Freud wird
berühmt
Freuds Psychoanalyse
(Seelen-Erforschung) wurde heftig bekämpft, gewann
aber immer mehr Anhänger. Seit 1909 lehrte Freud an der Wiener
Universität. Er wurde schließlich weltberühmt.
Seine ursprünglichen Anhänger Adler und C. G. Jung trennten
sich später von ihm.
Freud war
Atheist. Er hielt die Religion für eine kollektive Neurose,
eine falsche Wunsch-vorstellung. Sie würde schließlich
durch die Wissenschaft überwunden werden. Die Zukunft der
Menschheit sah er eher pessimistisch.
1923 bekam
er Gaumenkrebs. Viele Operationen folgten. Als die Nazis 1938
Österreich mit Deutschland vereinigten, emigrierte er nach
London, begleitet von seiner Lieblingstochter und Mitarbeiterin
Anna. Dort starb er 1939 auf eigenen Wunsch durch eine Dosis Morphium.
Viele Behauptungen
Freuds erweisen sich heute als übertrieben. So macht zum
Beispiel die Religion die Menschen nicht neurotisch krank. Religiöse
Menschen sind im Gegenteil durchschnittlich gesünder, glücklicher
und langlebiger als nichtreligiöse, wie mehrfache Untersuchungen
zeigen. Letztlich findet der Mensch seelische Heilung, inneren
Frieden, nur in der Geborgenheit in Gott.
Aber vielen
Menschen weltweit heute hilft die von Freud entwickelte Seelenerforschung,
innerlich stabiler und lebenstüchtiger zu werden.
Glaubensstärke
in dunkler Zeit
Zum 100.
Geburtstag von Helmuth James Graf von Moltke (1907-1945)
Dem Christentum
feindliche Ideologien wie der Nationalsozialismus und der Kommunismus
haben im 20. Jahrhundert in Europa mit aller Macht versucht, ihre
menschenverachtendeWeltanschauung an die Stelle christlicher Werte
zu setzen. Mutige Menschen haben dagegen protestiert. Selbst der
Tod konnte ihre Gewissheit nicht zerstören, dass Gott seinen
Leuten auch in der finstersten Nacht die Treue hält.
Einer dieser
Männer, die im Christentum die entscheidende Kraft beim Sturz
der national-sozialistischen Herrschaft in Deutschland sahen,
war Helmuth James Graf von Moltke, geboren am 11. März 1907
auf Schloss Kreisau in Niederschlesien. Das offene, liberale Denken
der Eltern prägte den jungen Moltke. Er studierte Rechts-
und Staatswissenschaften in Breslau, Berlin und Wien. Neben dem
Studium widmete er sich seiner eigentlichen Leidenschaft, der
Politik. Er informierte sich über die politischen Programme
der Parteien, beobachtete kritisch deren Praxis und entwickelte
immer mehr Solidarität für die bedrohte Republik. Er
verabscheute den Nationalsozialismus und alle Formen des Antisemitismus.
1929 legte Moltke sein Referendarexamen ab und übernahm im
gleichen Jahr die Verwaltung des Gutes in Kreisau. 1931 heiratete
er Freya Deichmann, die Tochter eines liberalen protestantischen
Bankiers. Seine Frau teilte seine entschieden antinationalsozialistische
Gesinnung. Was ihm seine Frau bedeutete, welch moralische Stütze
sie ihm war, wird in den einzigartigen Briefen Moltkes an sie
deutlich. Sie sind für uns bewegende Dokumente einer Liebe,
die sich unter den Bedingungen eines totalitären Regimes
und eines konspirativen[3] Widerstandes gegen die politischen
Machthaber bewähren musste. Ab 1934 arbeitete Moltke als
freier Rechtsanwalt in Berlin, während seine Frau mit den
Kindern auf Gut Kreisau lebte. Moltke befasste sich vorrangig
mit der Beratung und Verteidigung von jüdischen Mitbürgern
und geriet so mehr und mehr ins Visier der Gestapo.
Nach der Annexion
Österreichs und der Reichspogromnacht am 9. November 1938
nahm Moltke Kontakt zu Gegnern des NS-Regimes auf, die ihm von
früher bekannt waren.
Im September
1939 wurde er dienstverpflichtet ins Amt für Auslandsabwehr,
das von Admiral Canaris geleitet wurde. Durch diese Tätigkeit
erhielt Moltke Einblick in die Pläne der Kriegsführung
der Heeresleitung und erfuhr von den Verbrechen der SS-Sonderkommandos.
Er führte ein gefährliches politisch-konspiratives Doppelleben.
Zusammen mit Peter Yorck von Wartenburg baute er eine eigene Widerstandsgruppe
auf. Diese traf sich regelmäßig auf Gut Kreisau, um
Pläne für die politische Neuordnung in Deutschland nach
dem Sturz Hitlers zu entwickeln. In diesem Kreis, zu dem auch
protestantische und katholische Theologen sowie Vertreter der
Sozialdemokratie gehörten, wurde daneben intensiv über
die Rolle der Kirchen beim Umsturz nachgedacht. Dabei wurden Fragen
des christlichen Glaubens eingehend diskutiert. Alle Mitglieder
des Kreisauer Kreises vereinte eine gemeinsame Erfahrung und Haltung:
die Abscheu vor den Nazis, die für sie die Realität
des Bösen darstellten, und das Leiden an der Zeit.
Viele von ihnen, so auch Moltke, verarbeiteten diese Erfahrung
durch eine bewusste Hinwendung zum christlichen Glauben. So entdeckten
sie die einmalige Wahrheit der christlichen Botschaft für
die Menschheit und für sich persönlich ganz neu. Immer
häufiger las Moltke in der Bibel und suchte Trost in den
sonntäglichen Gottesdiensten.
Die Gestapo entdeckte schließlich die führende Rolle
Moltkes im Kreisauer Kreis. Am 19. Januar 1944 wurde Moltke zusammen
mit einigen anderen verhaftet. Bis zu seiner Hinrichtung am 23.
Januar 1945 in Berlin Plötzensee schreibt er an seine Frau
Briefe, beeindruckende Zeugnisse des Widerstandes gegen die NS-Herrschaft
aus christlicher Überzeugung. Im Angesicht des zu erwartenden
Todesurteils spielt die Politik für Moltke kaum noch eine
Rolle. Während der Verhandlung vor dem Volksgerichtshof wird
klar, dass das Bekenntnis Moltkes und der Mitangeklagten des Kreisauer
Kreises zum Christentum als das eigentliche Verbrechen gegen den
Führer und das deutsche Volk gewertet wird. In einem seiner
letzten Briefe schreibt Moltke ein paar Tage vor seiner Hinrichtung:
Es ist klar, dass ich verurteilt wurde nicht als Adliger,
nicht als Deutscher, sondern als Christ und als gar nichts anderes
Wir haben einen Auftrag erfüllt. Der Herr hat uns
wunderbar bis hierher geführt, er hat uns durch viele Zeichen
gezeigt, dass er bei uns ist. Daraus schließe ich, dass
er, wenn ich ständig darum bitte, uns spüren lassen
wird, dass er bei uns ist. Das kann er am Galgen in Plötzensee
genau so gut tun, wie in der Freiheit in Kreisau.
Mir antwortet
er, wenn ich ihn frage: Lass Dir an meiner Gnade genügen.
Am 23. Januar
1945 wurde Moltke zusammen mit vier Widerstandskämpfern hingerichtet.
Der amerikanische Diplomat George Kennan, der Moltke lange Jahre
kannte, schrieb im Rückblick: Moltke war eine so große
moralische Figur und zugleich ein Mann mit so umfassenden Ideen,
wie mir im 2. Weltkrieg auf beiden Seiten der Front kein anderer
begegnet ist. Als politischer Widerstandskämpfer war er sogleich
ein Märtyrer der Kirche Jesu Christi.
Paul Gerhardt
- ein Meister des Kirchenliedes
Paul Gerhardt
(1607-76) wurde am 12. März vor 400 Jahren in der kleinen
Stadt Gräfenhainichen in Sachsen geboren. Seine Geburtsstadt
liegt unweit der Lutherstadt Wittenberg. Sein Vater war Bürgermeister
und Gastwirt, seine Vorfahren mütterlicherseits waren Pfarrer.
Paul Gerhardt gilt neben Martin Luther als einer der bedeutendsten
deutschen Dichter von Kirchenliedern. Seine Lieder werden auch
in der katholischen Kirche und in Kirchen des Auslands gesungen.
Aus seinen Versen spricht heiteres Gottvertrauen, doch erzählen
sie auch viel von Angst und Bedrückung während der schrecklichen
Zeit des Dreißigjährigen Krieges.
Paul Gerhardt
ist durch viel Not gegangen. So hatte er schon mit 14 Jahren beide
Eltern verloren. Und fast während der Hälfte seines
Lebens tobte der furchtbare Dreißigjährige Krieg in
Deutschland (1618-48). Viele Städte und Dörfer wurden
damals zerstört, auch Paul Gerhardts Heimatstadt Gräfenhainichen.
Unter diesen schmerzlichen Eindrücken sind wohl die folgenden
Verse entstanden:
Erhebe
dich und steu`re dem Herzleid auf der Erd,
bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Herd.
Lass blühen wie zuvor, die Länder, so verheeret,
die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn.
Du bist ein Geist ,der lehret, wie man recht beten soll;
dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl,
es steigt zum Himmel an, es lässt nicht ab und dringet,
bis der die Hilfe bringet, der allen helfen kann.
Dichter des
Gottvertrauensvertrauens
Trotz schwerer
persönlicher Schicksalsschläge ruft der Dichter immer
wieder zum Gottvertrauen auf. Sein wohl bekanntestes Lied lautet:
Befiehl du
deine Wege
und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege
des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden
gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden,
da dein Fuß gehen kann.
Weil Paul
Gerhardt selber viel Leid durchgemacht hat, kann er auch andere
wunderbar trösten.
Alles
vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken;
seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund.
Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden,
heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen,
halten uns zeitlich und ewig gesund.
Seine Sprache
ist voll Innigkeit und Wärme. In seiner Bescheidenheit hat
er seine Lieder nie selbst veröffentlicht.
Paul Gerhardt
wollte Pfarrer werden. Nach dem Theologiestudium fand er jedoch
in dem durch den Krieg verwüsteten Deutschland keine Pfarrstelle.
1643 zog er nach Berlin. Dort machte er Bekanntschaft mit Johann
Crüger, dem führenden Kirchenmusiker der Stadt, der
so Paul Gerhardts Verse kennenlernte. Crüger war begeistert
von der gedanklichen Tiefe und Aussagekraft der Texte und veröffentlichte
bis 1661 fast 100 von Gerhardts Liedern, die rasch über die
Grenzen der Stadt hinaus bekannt wurden. Zusammen mit seinem Nachfolger
Ebeling hat er die mehr als 120 geistlichen Lieder Paul Gerhardts
mit schönen Melodien vertont und herausgegeben.
So entstanden
für das Kirchenjahr die Lieder: Wie soll ich dich (Jesus)
empfangen (Advent), Ich steh an deiner Krippen hier
(Weihnachten), O Haupt voll Blut und Wunden (Passion),
Auf, auf, mein Herz, mit Freuden (Ostern) und das
Bittlied um den Heiligen Geist Zieh ein zu deinen Toren
(Pfingsten).
Erst im Alter
von 44 Jahren bekam er in dem Städtchen Mittenwalde bei Berlin
eine Anstellung als Pfarrer. Jetzt sah er auch die materielle
Grundlage für eine Heirat.
Freude und
Dank
Ein zweites
Thema neben dem Vertrauen auf Gott ist in Paul Gerhardts Liedern
die Freude an Gott und der Dank an ihn für seine vielen guten
Gaben an uns Menschen. Die erste Strophe seines Sommerliedes
lautet:
Geh aus, mein
Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.
1657 wurde
Paul Gerhardt als Pfarrer nach Berlin berufen, wo jedoch neue
Not auf ihn zukam. Dort bekämpften sich die Konfessionen
der Lutheraner und Reformierten, obgleich beide evangelisch waren.
Der damals in Brandenburg/Preußen regierende Große
Kurfürst Friedrich Wilhelm I. trat diesem Streit energisch
entgegen.
Der lutherische
Paul Gerhardt war ein friedliebender, freundlicher, sensibler
Mensch. Aber um seines Gewissens willen meinte er, in der Auseinandersetzung
mit den Reformierten nicht schweigen zu dürfen. So hat der
Große Kurfürst ihn schließlich 1668 als Pfarrer
abgesetzt.
Nach nur 13
Jahren glücklicher Ehe starb Paul Gerhardts Frau mit 45 Jahren.
Dies war für ihn ein tiefes Leid. Von seinen fünf Kindern
starben vier sehr früh, nur ein Sohn blieb am Leben.
An Gott festgehalten
Am Schluss
seines Lebens war Paul Gerhardt noch sieben Jahre Pfarrer in dem
Städtchen Lübben. Jedoch hat er in seinen letzten Lebensjahren
keine Lieder mehr verfasst. In all der vielen Not seines Lebens
hat er an Gott festgehalten, und Gott hat ihn nie verlassen. Aber
am Ende seines Lebens war er müde geworden:
So will ich
zwar nun treiben
mein Leben durch die Welt.
Doch denk ich nicht zu bleiben
in diesem fremden Zelt.
Ich wandere meine Straße,
die zu der Heimat (dem Himmel) führt,
da mich ohn alle Maße
mein Vater trösten wird.
Am 27. Mai
1676 starb Paul Gerhardt, fast siebzig Jahre alt. In seinen Liedern
lebt er bis heute fort. Paul Gerhardts Lieder haben sich über
die ganze Welt verbreitet, sie wurden in viele Sprachen übersetzt.
Unzählige Menschen haben daraus Kraft, Trost und Gottvertrauen
geschöpft.
Richard
Wagner und das Musikdrama
Wir kennen
sicher die Musik von Mozart und Beethoven und hören sie wahrscheinlich
auch gern. Aber Richard Wagner ist wohl den meisten nur dem Namen
nach bekannt.
Das liegt
daran, dass Wagner ein wagemutiger, eigenwilliger Neuerer war.
Nicht jeder findet Gefallen an seiner Musik. Trotzdem war er ein
musikalisches Genie.
Ein freiheitsliebender
Wanderer
Wagner wurde
1813 in Leipzig in Sachsen geboren. Schon als Schüler interessierte
er sich sehr für Musik, Dichtung und Theater. Er wünschte,
wie viele Deutsche damals, mehr Freiheit für das Volk, mehr
Demokratie, sowie auch die politische Einigung Deutschlands.
Zunächst
führte Wagner als Musiker drei Jahrzehnte lang ein unruhiges
Wanderleben (z. B. Königsberg, Riga, Paris, Dresden, Weimar,
London, Moskau). Seine Werke mussten sich erst langsam durchsetzen.
Eine früh geschlossene Ehe mit einer Schauspielerin verlief
unglücklich und blieb kinderlos.
Mitunter musste
Wagner vor seinen Gläubigern fliehen, weil er seine Schulden
nicht bezahlen konnte. Er liebte teure Möbel, erlesene Stoffe
und feine Düfte, durch die er zum Arbeiten angeregt wurde.
Wagner hatte
1849 in Dresden am Aufstand gegen den sächsischen König
teilgenommen. Nur durch Zufall entging er seiner Verhaftung. Er
musste daraufhin fliehen und über 10 Jahre im Ausland bleiben,
bevor er wieder nach Deutschland zurückkehren durfte.
Große
Musikdramen
Allmählich
entstanden seine großen Musikdramen "Der fliegende
Holländer", "Tannhäuser", "Lohengrin",
"Tristan und Isolde", "Die Meistersinger von Nürnberg"
und "Der Ring des Nibelungen" mit den Teilen "Das
Rheingold", "Die Walküre", "Siegfried"
und "Götterdämmerung". Die Stoffe dazu entnahm
er meist der Welt der Sage.
Wagner wünschte
eine Veränderung der Gesellschaft, Beseitigung alles "Reaktionären",
Befreiung des Menschen von allen Fesseln des Staats, der Kirche,
des Geldes. Er sympathisierte so auch mit den um ihre Rechte kämpfenden
Arbeitern. Sein Ideal war der "neue freie Mensch". Von
daher geht es in allen seinen Musikdramen irgendwie um "Erlösung
des Menschen" (durch den Menschen).
Die Oper mit
ihren Arien und ihrer "schönen" Musik hielt Wagner
für oberflächlich. Immer mehr hat er seine Werke deshalb
"durchkomponiert", das heißt; er hat sie statt
mit Arien und Rezitativen mit einer einzigen durchlaufenden "unendlichen"
Melodie versehen. Er verzichtete damit bewusst auf "Schönheit"
und Volkstümlichkeit seiner Werke.
Auch die Textbücher
für seine Musik schrieb Wagner selbst. Musik und Wort sind
für ihn gleichberechtigt. Daher nennt man seine Werke "Musikdramen".
Wagner war
überzeugt, dass das Kunstwerk der Zukunft die Vereinigung
von Musik, Dichtung und Bild in einem einzigen Werk sein würde.
Solch ein "Gesamtkunstwerk" besäße dann nach
seiner Meinung sittlichen Tiefgang.
König
Ludwig II. von Bayern bewunderte Wagners Musik. 1864 errettete
er ihn aus verzweifelter Geldnot und wurde sein Freund. Seitdem
unterstützte er Wagner finanziell großzügig. Mit
seiner Hilfe konnte Wagner in Bayreuth das Festspielhaus für
die Aufführung seiner Werke errichten und sein Wohnhaus "Wahnfried"
erwerben.
Endlich hatte
sich Wagner durchgesetzt und kam zur Ruhe. Seine Musik wurde von
vielen bewundert, aber auch von nicht wenigen, z. B. Nietzsche,
scharf kritisiert.
Wagner hatte
mehrere Liebesbeziehungen zu Frauen. Nach dem Tod seiner ersten
Frau heiratete er die von ihrem Mann geschiedene Cosima von Bülow,
eine Tochter von Franz Liszt. Sie wurde ihm eine ideale Ergänzung.
Mit ihr hatte er drei Kinder.
Als letztes
Werk schrieb Wagner noch den "Parsifal". Er starb 1883
in Venedig.
Wagner war
sehr temperamentvoll. Er liebte derbe Späße. Er war
ungeheuer produktiv. In der Musik duldete er keinen neben sich.
Sein Glaube war der Humanismus.
In seinen
Schriften hat er Richtiges und Falsches gesagt, auch Deutsch-Nationales
und Antisemitisches. Er war ein Freund der Fürsten und zugleich
ein Umstürzler.
Von seiner
Musik gingen starke Wirkungen aus. Zu den Wagner-Festspielen,
die alljährlich im Sommer in Bayreuth stattfinden, strömen
Tausende aus aller Welt.
Theodor
Mommsen - ein großer Historiker
Auch Historiker
beurteilen Geschehnisse nicht immer richtig. Deshalb forderte
schon der griechische Geschichtsschreiber Thukydides: Ereignisse
sollen so erzählt werden, wie sie passiert sind, ohne subjektive
Beeinflussung. Dass ein Historiker trotzdem ein großer Wissenschaftler
sein kann, zeigt das Beispiel von Theodor Mommsen. Er war in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein bekannter Wortführer
im Bismarck-Reich.
Mommsen wurde
1817 in Schleswig-Holstein als Sohn eines evangelischen Pfarrers
geboren. Deutschland bestand damals aus zahlreichen Einzelstaaten
(Preußen, Sachsen, Bayern usw.). Sie wurden jeweils von
einem Fürsten und nicht von einem Parlament regiert. Viele
Deutsche forderten deshalb in der Revolution von 1848 - allerdings
vergeblich - die Vereinigung der deutschen Staaten zu einem deutschen
Reich und die Regierung durch das Volk in einem Parlament.
Mommsen war
Historiker und Jurist, aber auch Politiker. Auch er kämpfte
zeitlebens für die Einheit Deutschlands und für eine
parlamentarische Demokratie. Er gehörte zu der damals mächtigen
liberalen Bewegung im deutschen Bürgertum und war ein Gegner
der Konservativen und des Adels. Als Volksvertreter saß
er im preußischen Abgeordnetenhaus und später im Reichstag.
Er forderte möglichst viel Freiheit für den einzelnen.
Seine Gedanken werden heute in Deutschland besonders von der FDP
vertreten.
Mommsens historisches
Interesse galt dem alten Rom. Zunächst war er Professor in
Leipzig. Er wurde aber 1851 wegen seiner Kritik an der sächsischen
Regierung abgesetzt. Für zwei Jahre ging er ins Ausland an
die Universität Zürich. 1861 wurde er Professor für
Römische Geschichte in Berlin. Er war auch Mitglied der Preußischen
Akademie der Wissenschaften.
Seine wichtigsten
Werke sind seine "Römische Geschichte" (1854-85)
sowie "Römisches Staatsrecht" (1871-88) und "Römisches
Strafrecht" (1899). Auch für die Inschriften - und Münzkunde
sowie die Rechtsgeschichte lieferte er viele neue Erkenntnisse.
Er verstand es meisterhaft, darzustellen und Kritik zu üben.
Mommsen war
in seiner Beurteilung der Gegenwart wie der Vergangenheit nicht
selten einseitig und widersprüchlich. So verherrlichte er
den "liberalen" Cäsar und verdammte seinen "konservativen"
Gegenspieler Cicero. Ebenso hasste er geradezu den konservativen
"Junker" Bismarck als Vertreter eines "starken"
Staates. Er bekämpfte dessen Schutzzoll- und Sozialpolitik.
Er forderte mehr Rechte für die Volksvertretung, den Reichstag.
Mit seinem
Hass auf Bismarck verkannte Mommsen die großen Verdienste,
die dieser auch hatte, zum Beispiel für die nationale Einigung
Deutschlands, die ja auch Mommsens Anliegen war. Trotzdem war
Mommsen ein großer Historiker. 1902 wurde ihm der Nobelpreis
für Literatur verliehen, ihm, "dem gegenwärtig
größten lebenden Meister der historischen Darstellungskunst,
mit besonderer Berücksichtigung seines monumentalen Werkes
'Römische Geschichte'". Er starb 1903.
Ein Enkel
und zwei Urenkel des Gelehrten, auch Mommsen mit Namen, waren
ebenfalls bedeutende Historiker im 20. Jahrhundert.
Kurt Wager
Der langjährige Volkstanz-"Papst" für den
süddeutschen Raum.
Kurt Wager bekam am 28.3.1949 vom Kultusministerium Baden-Württemberg
den Auftrag, die Abteilung Jugendpflege und Volksbildung in Fragen
des Volkstanzes zu beraten und zu unterstützen. Gründer
der "VolkstanzBeratungsstelle", früherer Name "Volkstanz-Beratungsstelle
Kurt Wager" in Stuttgart. 30 Jahre lang hat er Volkstanzkreise
mit Material in Form von Notensätzen, Tanzbeschreibungen
und Tonträgern versorgt, mit Literatur, die zu seiner Zeit
kaum bekannt und viel schwieriger zu beschaffen war als heute
(2004).
Geb. 1911, gestorben 1979.
(Ref: "Tanzen", Zeitschrift der VolkstanzBeratungsstelle
Hartmut Wager, 4/1999, S.25,
und "Unser Rundbrief", Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft
der Sing-, Tanz- und Spielkreise in Baden-Württemberg, November
2004, S. 6.)
Volkstanz-Beratungsstelle
Beratungsstelle für alle Fragen des Volkstanzes in Stuttgart.
Gegründet 1949 von Kurt Wager und geführt von ihm bis
1979. Weitergeführt von seiner Frau Elli Wager bis 1988,
dann von seinem Sohn Hartmut Wager übernommen und 1994 verlagert
nach Heroldstatt.
1999 war in dem angeschlossenen "Deutschen VolkstanzArchiv"
Material über 23.625 Tänze vorhanden, und die Beratungsstelle
war vertreten im Internet unter www.tanzen-vtb.de.
(Ref: Tanzen 4/1999, S.24ff, und Volkstanz 4/1994, S.94).
Die VolkstanzBeratungsstelle und das Archiv wurde am 1.1.2002
vom Kulturrat des Schwäbischen Albvereins übernommen.
Das Schwäbische Kulturarchiv (der neue Name des Archivs)
und die Volkstanzberatungsstelle ist im Internet unter www.schwaben-kultur.de
erreichbar.
Die Internet-Adresse www.tanzen-vtb.de existiert nicht mehr, bzw.
wurde von jemand anderem übernommen und hat mit Tanzen nichts
mehr zu tun.
Walter Kögler
Walter Kögler hat nach dem 2. Weltkrieg dafür gesorgt,
daß die deutschen Volkstänzer mit guter Musik auf Schallplatten
versorgt wurden.
Dazu importierte er Schallplatten-Aufnahmen aus den USA (z.B.
von Michael Herman) und gründete etwa 1955 den Schallplatten-Verlag
Walter Kögler in Stuttgart-Möhringen, der Tanzmusik
in exakt richtigen Tempo unter der Marke "tanz" herausbrachte.
Geb. 29.10.1929 (Ref: "Walter Kögler wird 70" in
Tanzen 4/1999, S.28).
Erhielt etwa 1989 die "Kurt-Wager-Medaille für besondere
Verdienste um den Volkstanz"
Das Besondere an den Schallplatten, die Walter Kögler in
seinem Verlag unter der Marke "tanz" herausgebracht
hat, ist, daß die meisten GEMA-frei sind, denn Walter Kögler
ist selbst begeisterter Volkstänzer und möchte dadurch
vermeiden, daß seine Freunde bei Tanzfesten Gebühren
zahlen müssen.
Eine Ausnahme davon ist der Krüzkönig, weil die Musik
von H. Dieckelmann noch dem Urheberrecht unterliegt. Bei Tanzfesten
ist hier also Vorsicht angeraten.
Bei seinen CDs ist zu jedem Tanz angegeben, ob die Musik der GEMA
unterliegt oder nicht. Lediglich bei Benutzung seiner Musik in
Radio und Fernsehen möchte W. Kögler informiert werden.
Walter Kögler ist am 16. Juni 2007 im Alter von 77 Jahren
gestorben.
Der Verlag wird ab 1.1.2008 weitergeführt von Reinhold Frank
als Verlag Reinhold Frank (vormals Walter Kögler Verlag),
Böblinger Straße 457, 70569 Stuttgart. Die Internet-Adresse
bleibt www.tanz-koegler.com.
Franz Pulmer
Der frühere Volkstanz-"Papst" für Norddeutschland
( 1971).
Tanzforscher, Bandoneonspieler, Musikant und Tanzleiter. Hielt
u.a. Volkstanz-Lehrgänge im Jugendpark Hamburg-Langenhorn
mit Arnold Bökel und Annelies Waszkewitz zusammen, z.B. am
12.11.1961.
Arnold Bökel
Geb. 1926 (Ref: Tanzen 1/1996 S. 9).
Botschafter des Tanzes, vor allem des deutschen Volkstanzes, in
vielen Ländern.
Lernte u.a. bei Anna Helms-Blasche, Schwiegersohn von Franz Pulmer.
Hielt viele Tanz-Lehrgänge ab, seit 1964 viele Jahre Vorsitzender
des Ring für Heimattanz in Hamburg, engagiert und aktiv im
Arbeitskreis für Tanz im Bundesgebiet.
Heute (2004) Ehrenmitglied des Vorstands des Deutschen Bundesverbandes
Tanz e.V.
Paul und Gretel Dunsing
Bekannte Tanzleiter aus den USA, die viele Gemeinschaftstänze
und Squares gelehrt haben
Michael Herman
Verleger von exzellenter Volkstanzmusik in New York (USA).
Er brachte Volkstanz-Schallplatten unter dem Label "Folk
Dancer" heraus, die nach dem 2. Weltkrieg durch Walter Kögler
auch nach Deutschland kamen. Sie waren von "Michael Herman's
Folk Orchestra" eingespielt.
Götz Zinser
Leiter verschiedener Volkstanzgruppen.
Fachreferent für Volkstanz in der Arbeitsgemeinschaft der
Sing-, Tanz- und Spielkreise in Baden-Württemberg e.V., Leiter
von Lehrgängen für Volkstanz und Fahnenschwingen, mehrere
Jahre 2. Vorsitzender der "AG".
Interview mit Götz Zinser, wohl aus dem Jahr 2000
Volktanzgruppe Deckenpfronn, Tanzleiter Götz Zinser.
Trachtengruppe Wurmlingen/Rottenburg e.V., Tanzleiter Götz
Zinser.
Hedo Holland
Herausgeber des "FOLKbrief" seit 1990 oder früher
mit Informationen aus der Folk Szene und Hinweisen auf Veröffentlichungen,
Schallplatten und CDs auf diesem Gebiet einschließlich "wirklichem"
Volkstanz. Organisator verschiedener Folk-Veranstaltungen in deutschland
und Österreich (Hallein).
Stuttgarter Spielkreis
Sehr aktiver Volkstanzkreis in Stuttgart mit anspruchsvollen Tänzen,
gegründet 1947. Ihm gehörten früher Kurt Wager
und Walter Kögler an.
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