|
Teilung
der Stadt und Wiedervereinigung
Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und der bedingungslosen
Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde Berlin gemäß
der Londoner Protokolle der Gliederung ganz Deutschlands
in Besatzungszonen entsprechend in vier Sektoren aufgeteilt.
Die Sektoren der Westalliierten (USA, Vereinigtes Königreich
und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während
der Sektor der Sowjetunion den Ostteil bildete.
Für Groß-Berlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung
aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen
zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49
zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Westalliierten
mit der sogenannten Luftbrücke überwanden.
Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Westen
Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im
Osten Deutschlands im Jahr 1949 verfestigte sich der Kalte Krieg
auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihren Regierungssitz
nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht
war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt
gipfelte in der Berlin-Krise und führte zum Bau der Berliner
Mauer durch die DDR am 13. August 1961.
West-Berlin war nun de facto ein Teil der Bundesrepublik Deutschland
allerdings mit rechtlicher Sonderstellung und Ost-Berlin
de facto ein Teil der DDR. Berlins Osten und Westen waren völlig
voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten
Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die
Bewohner der DDR und Ost-Berlins, Rentnerinnen und Rentner ausgenommen.
1971 wurde das Viermächteabkommen über Berlin unterzeichnet.
Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf
West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer
Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status
über Gesamt-Berlin. Die Problematik um den umstrittenen Status
Berlins wird auch als Berlin-Frage bezeichnet.
1989 kam es zur Wende, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die
beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt
und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss
der Bundestag mit dem Hauptstadtbeschluss nach kontroverser öffentlicher
Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung
sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament
ihre Arbeit in Berlin auf.
Berlin hat
derzeit rund 3,4 Millionen Einwohner und ist damit die mit Abstand
bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands, größer
als die Städte Hamburg und München zusammen. Der urbanisierte
Großraum reicht über die Berliner Landesgrenzen hinaus
und umfasst etwa 3,7 Millionen, die Metropolregion Berlin/Brandenburg
über 4,4 Millionen Einwohner.
Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war die Berliner Gegend nur spärlich
bevölkert, der Dreißigjährige Krieg hatte die
Bevölkerung Berlins noch einmal etwa halbiert. Doch nachdem
Kurfürst Friedrich Wilhelm 1640 die Regierungsgeschäfte
von seinem Vater übernommen hatte, holte er unter anderem
viele Hugenotten aus Frankreich in die Region. So stieg die Bevölkerung
von rund 6.000 um 1648 auf rund 57.000 im Jahre 1709. Die Bevölkerung
wuchs nun stetig, sodass Berlin 1740 zur Großstadt und um
1875 zur Millionenstadt wurde.
Mit dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 stieg die Bevölkerungszahl
durch Eingemeindung bisher unabhängiger Städte und Dörfer
auf fast vier Millionen an. Diese Grenze war bereits wenige Jahre
später überschritten und erreichte 1942 mit 4,48 Millionen
ihren Höhepunkt. Durch den Zweiten Weltkrieg fiel die Zahl
wieder und liegt seitdem recht konstant zwischen 3,1 und 3,5 Millionen
Einwohnern. 1,7 Millionen Berliner haben die Stadt nach der Wiedervereinigung
(seit 1991) verlassen, 1,8 Millionen Menschen sind zugezogen und
haben damit für einen umfangreichen Bevölkerungsaustausch
gesorgt. Auch heute noch hat Berlin eine in Deutschland weit überdurchschnittliche
räumliche Bevölkerungsbewegung. Allein im Jahr 2004
zogen 115.267 Menschen nach Berlin, darunter 42.063 aus dem Ausland.
Gleichzeitig verließen 113.581 Berliner die Stadt, davon
31.244 in Richtung Ausland.
Karneval
der Kulturen in Kreuzberg
Berlin war schon immer eine Einwanderungsregion. Nach den Hugenotten
im 17. Jahrhundert folgten seit Mitte des 19. Jahrhunderts viele
Slawen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Gastarbeiter aus
Südeuropa und der Türkei nach West- und Vertragsarbeiter
vor allem aus Vietnam nach Ost-Berlin. Seit den 1980er Jahren
machten sich viele russlanddeutsche (Spät-)Aussiedler und
seit der Wiedervereinigung schließlich Juden aus der Ukraine
und Russland hierher auf den Weg. Heute leben in der Stadt Bürger
aus rund 190 Staaten. Außerdem war und ist Berlin aufgrund
der politischen und kulturellen Bedeutung ein Zuzugsgebiet für
viele Deutsche aus anderen Regionen; West-Berlin war darüber
hinaus zur Zeit der Teilung durch die Freiheit von der Wehrpflicht
ein Anziehungspunkt für junge Männer - nicht nur der
68er-Bewegung die der Wehrpflicht entgehen wollten. Kreuzberg
bildet aufgrund der dichten Besiedlung und niedrigen Mieten einen
Schwerpunkt sowohl der türkischen als auch der alternativen
Kultur. In Berlin lebt mit zirka 200.000 Personen die weltweit
größte türkische Gemeinde außerhalb der
Türkei.
Vision
Hauptstadt Berlin - Brandenburg
Die Hauptstadtregion
Berlin-Brandenburg ist auf vielen zukunftsweisenden Gebieten bereits
Wirklichkeit geworden: In Wissenschaft und Spitzentechnologie,
in der Film- und Medienindustrie sowie im Gesundheitssektor sind
beide Länder mit hohem Nutzen vernetzt. Sie haben eine große
internationale Ausstrahlung und werden als Region wahrgenommen.
In der Wirtschaftsförderung, aber auch in vielen anderen
Bereichen der Verwaltung arbeiten Berlin und Brandenburg längst
gut zusammen. Gemeinsam sind wir eine wachstumsstarke Wissens-
und Wirtschaftsregion mit hoher Lebensqualität für alle
Menschen. Das ist nicht zuletzt das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen
der letzten Jahre.
Nunmehr liegt
ein von beiden Landesregierungen beschlossenes Leitbild für
die nächsten Jahre gemeinsamer Entwicklung unserer Hauptstadtregion
vor. Es ist unter breiter Mitwirkung der Öffentlichkeit entstanden
und soll Orientierung für alle sein, die sich den künftigen
Herausforderungen der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg stellen.
Wir wissen, nur gemeinsam können wir den nationalen und internationalen
Wettbewerb um Arbeitsplätze und Investitionen, um Entwicklungs-
und Zukunftschancen bestehen. Deshalb wollen wir die jeweiligen
Stärken beider Länder gemeinsam nutzen, unsere Kräfte
bündeln und zusammen mit den Menschen die Zukunft der Hauptstadtregion
gestalten.
Berlin - das
zeigt die historische Erfahrung - kann ohne Region keine Metropole
sein. Und Brandenburg mit seiner eigenen wirtschaftlichen, wissenschaftlichen
und kulturellen Entwicklung profitiert dabei von der großen
Ausstrahlung und der Internationalität Berlins in seiner
Mitte.
Klima in
Berlin
Die Stadt
befindet sich in der gemäßigten Klimazone am Übergang
vom maritimen zum kontinentalen Klima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur
in Berlin-Dahlem beträgt 8,9 °C und die mittlere jährliche
Niederschlagsmenge 581 mm. Die wärmsten Monate sind Juli
und August mit durchschnittlich 18,5 beziehungsweise 17,7 °C
und die kältesten Januar und Februar mit -0,6 beziehungsweise
-0,3 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Juli
mit durchschnittlich 70 mm, der geringste im März mit durchschnittlich
31 mm. Hinsichtlich der Windgeschwindigkeiten und der Windrichtungsverteilung
ist ein zweigeteiltes Maximum zu verzeichnen. Demnach wird in
Berlin am häufigsten Nordwest- und Südwestwind beobachtet,
der besonders im Winter mit höheren Geschwindigkeiten verbunden
ist und meist maritime, gut durchmischte und saubere Meeresluft
herantransportiert. Das zweite Maximum aus Südost und Ost
ist oft kennzeichnend für Hochdruckwetterlagen kontinentaler
Luftmassen, was je nach Jahreszeit zu sehr heißen bzw. sehr
kalten Tagen führen kann. Letztere Wetterlagen waren früher
kennzeichnend für die sogenannten Smog-Situationen, da sie
schadstoffreiche Luft von den südöstlich Berlins gelegenen
Braunkohlekraftwerken heranführte.
Die geringen Höhenunterschiede innerhalb der Stadt bewirken
an sich ein eher homogenes Stadtklima, jedoch führt die dichte
Bebauung in der City und den Bezirkszentren zu teilweise deutlichen
Temperaturunterschieden im Vergleich zu großen innerstädtischen
Freiflächen, insbesondere aber zu den ausgedehnten Landwirtschaftsflächen
im Umland. Vor allem in Sommernächten werden Temperaturunterschiede
von bis zu 10 °C gemessen. Insgesamt jedoch profitiert Berlin
auch in diesem Zusammenhang von seinem großen Grünflächenanteil,
mehr als 40 % des Stadtgebietes sind grünbestanden,die Straßen
säumen gut 400.000 Straßenbäume. Die große
Anzahl kleinerer Freiflächen, besonders aber auch die großen
innerstädtischen Grünflächen wie der Große
Tiergarten, der Grunewald und der ehemalige Flughafen Tempelhof
mit der Hasenheide, die von Klimatologen auch als Kälteinseln
bezeichnet werden, bewirken zumindest in ihrer Umgebung ein zumeist
als weitgehend angenehm empfundenes Klima.
Hochschulen
und Forschung
Berlin besitzt eine hohe Konzentration an Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen.
In der Stadt studieren an insgesamt vier Universitäten, vier
Kunsthochschulen, sieben Fachhochschulen und zwölf privaten
Hochschulen rund 130.000 Studenten. Die vier Berliner Universitäten
stellen gemeinsam etwa 100.000 Studenten (Stand: WS 2007/08).
Es sind die Humboldt-Universität zu Berlin mit rund 27.000
Studenten (ohne Charité), die Freie Universität Berlin
mit rund 31.500 Studenten (ohne Charité), die Technische
Universität Berlin mit rund 27.000 Studenten sowie die Universität
der Künste Berlin mit etwa 4.500 Studenten. An der Charité
studieren rund 7.200 Studenten.
Die Medizinischen Fakultäten der Freien Universität
und der Humboldt-Universität wurden 2003 zur Charité
Universitätsmedizin Berlin zusammengefasst. Seitdem
ist diese mit ihren vier Standorten die größte medizinische
Fakultät Europas.
Im Rahmen der Exzellenzinitiative wurde die Freie Universität
Berlin am 19. Oktober 2007 in der dritten Förderlinie ausgezeichnet.
Mit dem Erfolg ihres Zukunftskonzepts International Network
University zählt sie somit zu den neun deutschen Eliteuniversitäten.
Jährlich werden rund 1,8 Milliarden Euro öffentliche
Fördermittel in Wissenschaft und Forschung investiert, über
13 Prozent der Patentanmeldungen der Wissenschaft in Deutschland
kommen aus Berlin. Über 50.000 Beschäftigte lehren,
forschen und arbeiten an den über 70 außeruniversitären
öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen. Auch die
großen nationalen Forschungsorganisationen Fraunhofer-Gesellschaft,
Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft
sind mit mehreren Instituten vertreten, ebenso verschiedene Bundesministerien
mit insgesamt acht Forschungsinstituten. Die meisten Einrichtungen
der Wissenschaft konzentrieren sich an den Standorten in Buch,
Charlottenburg, Dahlem, Mitte sowie am Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort
Adlershof.
Universitäten
in Berlin
Universität der Künste Berlin -
www.udk-berlin.de
Einsteinufer 43-53, Berlin - 030 31850
Universität der Künste Berlin Immatrikulations- und
Prüfungsamt (IPA) - www.udk-berlin.de
Hardenbergstr. 33, Berlin - 030 3185-2368
Technische Universität Berlin (TU) m. allen wiss. Einricht.
ud ... -
www.dcaiti.tu-berlin.de
Straße des 17. Juni 135, Charlottenburg, Berlin - 030 3140
Freie Universität Berlin
http://www.fu-berlin.de/
Humboldt Universität Berlin http://www.hu-berlin.de/
Steinbeis Hochschule Berlin http://www.steinbeis-hochschule.de/
ESCP-EAP European School of Management Berlin http://www.escpeurope.eu/de/campus/berlin/
Krankenhäuser in Berlin
Krankenhaus Moabit ggmbh - 030 3976-0
St. Hedwig Krankenhaus - www.hedwig-berlin.de
- 030 23110
Martin-Luther-Krankenhaus Berlin Abteilung für Radiologie
- www.mlk-berlin.de
- 03089553415
Sana Klinikum Lichtenberg - Oskar-Ziethen-Krankenhaus - www.khl-berlin.de
- 030 5518-0
Franziskus-Krankenhaus Berlin Urologische Abteilung - www.franziskus-berlin.de
03026383801
Bundeswehr-Krankenhaus - www.bundeswehrkrankenhaus-berlin.de
- 030 28410
St. Joseph-Krankenhaus Berlin Abteilung für Chirurgie - www.sjk.de
- 030 7882-2128
Sankt Gertrauden-Krankenhaus - www.sankt-gertrauden.de
- 030 82720
Krankenhäuser Park-Klinik Weißensee gmbh - www.park-klinik.com
- 030 96280
DRK Kliniken Berlin-Westend - www.drk-kliniken-berlin.de
- 030 3035-0
http://www.berlin.de/verwaltungsfuehrer/krankenhaeuser-kliniken/
Geografie
Die geografische
Lage des Berliner Rathauses ist 52° 31' 6? nördlicher
Breite und 13°' 24 30? östlicher Länge. Die größte
Ausdehnung des Stadtgebiets in Ost-West-Richtung beträgt
rund 45 km, in Nord-Süd-Richtung etwa 38 km. Es hat eine
Fläche von 892 km². Berlin ist gänzlich vom Land
Brandenburg umgeben und liegt im Osten Deutschlands, etwa 70 km
westlich der Grenze zu Polen. Die Metropolregion Berlin/Brandenburg
ist eines der Verdichtungsgebiete Deutschlands.
Berlin befindet sich in einer glazial geprägten Landschaft.
Das historische Zentrum liegt an der schmalsten und damit verkehrsgünstigsten
Stelle des Warschau-Berliner Urstromtals, das Berlin vom Südosten
zum Nordwesten hin durchquert und von der Spree in Ost-West-Richtung
durchflossen wird. Der nordöstliche Teil Berlins liegt auf
der Hochebene des Barnim, knapp die Hälfte der Stadtfläche
im südwestlichen Bereich liegt auf der Hochebene des Teltow.
Der westlichste Bezirk, Spandau, liegt sowohl innerhalb des Berliner
Urstromtals als auch auf der vor allem westlich von Berlin gelegenen
Nauener Platte. Die Landschaft Berlins entstand im Eiszeitalter
während der jüngsten Vereisungsphase, der Weichseleiszeit.
Vor etwa 20.000 Jahren war das Gebiet Berlins noch vom mehrere
100 Meter mächtigen skandinavischen Eisschild bedeckt. Beim
Rückschmelzen des Gletschers entstand vor etwa 18.000 Jahren
das Berliner Urstromtal.
Im Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den
Westen Berlins in Nord-Süd-Richtung durchfließt. Der
Flusslauf der Havel, eigentlich eine Glaziale Rinne, ähnelt
dabei oft einer Seenlandschaft; die größten Ausbuchtungen
bilden der Tegeler See und der Große Wannsee.
Die höchsten Erhebungen Berlins sind als höchste natürliche
Bodenerhebung der Große Müggelberg (115,4 m ü.
NN) im Bezirk Treptow-Köpenick, der aus Trümmerschutt
des Zweiten Weltkriegs aufgeschüttete Teufelsberg (114,7
m) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Ahrensfelder Berge
(112,1 m) im Landschaftspark Wuhletal im Bezirk Marzahn-Hellersdorf.
Die tiefsten Bereiche Berlins sind die Havelseen im Südwesten.
Sie liegen 32 m über NN.
Bevölkerung
Berlin hat
derzeit rund 3,4 Millionen Einwohner und ist damit die mit Abstand
bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands, größer
als die Städte Hamburg und München zusammen. Der urbanisierte
Großraum reicht über die Berliner Landesgrenzen hinaus
und umfasst etwa 3,7 Millionen, die Metropolregion Berlin/Brandenburg
über 4,4 Millionen Einwohner.
Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war die Berliner Gegend nur spärlich
bevölkert, der Dreißigjährige Krieg hatte die
Bevölkerung Berlins noch einmal etwa halbiert. Doch nachdem
Kurfürst Friedrich Wilhelm 1640 die Regierungsgeschäfte
von seinem Vater übernommen hatte, holte er unter anderem
viele Hugenotten aus Frankreich in die Region. So stieg die Bevölkerung
von rund 6.000 um 1648 auf rund 57.000 im Jahre 1709. Die Bevölkerung
wuchs nun stetig, sodass Berlin 1740 zur Großstadt und um
1875 zur Millionenstadt wurde.
Mit dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 stieg die Bevölkerungszahl
durch Eingemeindung bisher unabhängiger Städte und Dörfer
auf fast vier Millionen an. Diese Grenze war bereits wenige Jahre
später überschritten und erreichte 1942 mit 4,48 Millionen
ihren Höhepunkt. Durch den Zweiten Weltkrieg fiel die Zahl
wieder und liegt seitdem recht konstant zwischen 3,1 und 3,5 Millionen
Einwohnern. 1,7 Millionen Berliner haben die Stadt nach der Wiedervereinigung
(seit 1991) verlassen, 1,8 Millionen Menschen sind zugezogen und
haben damit für einen umfangreichen Bevölkerungsaustausch
gesorgt. Auch heute noch hat Berlin eine in Deutschland weit überdurchschnittliche
räumliche Bevölkerungsbewegung. Allein im Jahr 2004
zogen 115.267 Menschen nach Berlin, darunter 42.063 aus dem Ausland.
Gleichzeitig verließen 113.581 Berliner die Stadt, davon
31.244 in Richtung Ausland.
Sprachgewohnheiten
Berlinisch
oder Berlinerisch wird im allgemeinen als eine Varianz des mitteldeutschen
Berlin-Brandenburgischen gesehen, die in Berlin und im Berliner
Umland gesprochen wird und auch nur in Berlin übliche (Sprich-)Worte
oder dort geprägte Redewendungen enthält. Sprachwissenschaftlich
handelt es sich bei dem Dialekt tatsächlich um einen Metrolekt,
eine städtische Sprachmischung, die nicht regionalen Ursprungs
ist, sondern durch Mischung von Dialekten unterschiedlicher Herkunft
entstanden ist. Tatsächlich ist das heutige Brandenburgische
eine Varianz des Berliner Metrolekts. Das Berlinerische nahm durch
den Zuzug vieler Bevölkerungsgruppen etliche Wörter
und Redewendungen aus anderen Sprachen und Dialekten wie dem Flämischen,
Französischen und dem Jiddischen auf. Das Berlinische war
in der Geschichte überwiegend Sprache der einfachen Leute,
die Bildungsschicht bemühte sich stets um einwandfreies Hochdeutsch.
Viele Neuberliner nahmen zwar Teile des Berlinischen an, aber
die ständige Verwendung wurde als unfein, proletarisch
oder dumm betrachtet. In der DDR änderte sich
diese Einstellung teilweise, sodass Berlinisch auch in gebildeten
Kreisen teilweise gepflegt wurde. Dadurch finden sich die Zentren
der verstärkten Verwendung heute vor allem in den Ostbezirken,
den alten westlichen Arbeiterbezirken und dem Umland. Unverändert
wird die Sprache in Berlin von Zuwandererwellen geprägt,
wodurch die verwendete Umgangs sprache unbeständig bleibt.
In einem großen Teil der heutigen Vorortbezirke Berlins
wurden wie im umliegenden Brandenburg bis ins 20. Jahrhundert
Dialekte des Niederdeutschen, genauer des Märkisch-Brandenburgischen,
gesprochen, die allerdings im Zuge der Verstädterung der
Vororte und durch die auch linguistische Ausstrahlung der Metropole
Berlin heute weitgehend verdrängt und durch mitteldeutsche
Dialekte bzw. einen berlinisch geprägten Regiolekt des Standarddeutschen
ersetzt sind.
Religion
Von den 3,4
Millionen Einwohnern Berlins sind etwa 59 % konfessionslos, 21,5
% evangelisch, 9,3 % katholisch, 2,7 % bekennen sich zu einer
anderen christlichen Konfession, 6,3 % zum Islam, 0,6 % gehören
einer weiteren Religion an.
Berlin ist der Sitz des katholischen Erzbischofs des Erzbistums
Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, sowie des evangelischen Bischofs
der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz,
Wolfgang Huber, der zurzeit auch Ratsvorsitzender der Evangelischen
Kirche in Deutschland ist. Als Reaktion auf die Zwangsvereinigung
(Union) zwischen der lutherischen Kirche und der reformierten
Tradition entstand im 19. Jahrhundert die altlutherische Kirche,
die heute im Stadtgebiet mit acht Kirchengemeinden unterschiedlicher
Größe vertreten ist.
Ebenfalls in Berlin ansässig sind ein russisch-orthodoxer
und ein bulgarisch-orthodoxer Bischof, die meisten anderen orthodoxen
und altorientalischen Nationalkirchen sind ebenfalls mit Gemeinden
vertreten. Mit mindestens fünf regelmäßigen Messorten
haben auch die katholischen Altritualisten in Berlin ihre stärkste
Präsenz im deutschsprachigen Raum. Ferner existiert in Berlin-Wilmersdorf
eine alt-katholische Gemeinde, die auch in der Alt-Schöneberger
Dorfkirche zu Gast ist.
Baptisten gibt es in Berlin seit der Mitte des 19. Jahr hun derts,
mit ihren 36 Gemeinden bilden sie heute die größte
Freikirche der Bundeshauptstadt. Unter anderem gibt es auch 29
Gemeinden der Neuapostolischen Kirche. Es gibt sechs Gemeinden
der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die Berliner
Mennonitengemeinde besteht seit 1887. In Berlin befindet sich
der Sitz der Religions gemeinschaft der Zeugen Jehovas. Seit Anfang
2007 ist zusätzlich die Glaubensgemeinschaft Scientology
mit einer Hauptstadtrepräsentanz vertreten, deren Eröffnung
zu Protesten führte.
Darüber hinaus befinden sich heute über 11 Synagogen,
mehrere buddhistische Tempel und 76 Mo scheen in der Stadt.
In Berlin sind viele humanistische und atheistische Vereinigungen
vertreten. So haben der Humanistische Verband Deutschlands und
die Humanistische Akademie Deutschland ihren Sitz in Berlin.
Politik
Bundeshauptstadt
Der erste Deutsche Bundestag nach der Wiedervereinigung entschied
1991 im sogenannten Hauptstadtbeschluss, dass Berlin
als Bundeshauptstadt auch Sitz des Bundestages und der Bundesregierung
werden sollte. Seit 1994 befindet sich der erste Amtssitz des
Bundespräsidenten in Berlin, 1999 fand der Umzug des größten
Teils der Bundesregierung von Bonn nach Berlin statt. Berlin ist
aber keine zentralistische Hauptstadt, da sich ein Teil der Ministerien
und anderen Bundesinstitutionen nach wie vor in der früheren
Bundeshauptstadt (jetzt Bundesstadt) Bonn oder in anderen Städten
befindet.
Land Berlin
Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden
deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein Land der Bundesrepublik
Deutschland, ein sogenannter Stadtstaat. Die Anzahl
der Bezirke, in die Berlin untergliedert ist, wurde zum 1. Januar
2001 von ursprüng lich 23 auf zwölf reduziert. Das Landesparlament
des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung
von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zurzeit
Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen
und FDP vertreten. SPD und Die Linke bilden in einer Rot-Roten
Koalition die aktuelle Regierungskoalition. Die Landesregierung
(als Spitze der Exekutive) ist der Senat von Berlin, be ste hend
aus dem Regierenden Bürgermeister (Klaus Wowereit, SPD) und
bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist zugleich
Repräsentant des Landes und der Stadt.
Verwaltung
Die Verwaltung des Landes Berlin wird vom Senat von Berlin (der
Hauptverwaltung) und den Bezirksverwaltungen in Berlin wahrgenommen.
Die Hauptverwaltung umfasst die Senatsverwaltungen, die ihnen
nachgeordneten Behörden (Sonderbehörden) und nichtrechtsfähigen
Anstalten und die unter ihrer Aufsicht stehenden Eigenbetriebe.
Die Hauptverwaltung nimmt die Aufgaben von gesamtstädtischer
Bedeutung wahr, wobei dieser Begriff weit ausgelegt wird.
Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine
eigenständigen Gemeinden dar, gemessen an der Einwohnerzahl
sind sie mit Landkreisen in Flächenstaaten vergleichbar.
Die Bezirke unterliegen der Fachaufsicht der Hauptverwaltung.
Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene allerdings
nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete
Volks ver tre tung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV),
welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister
und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt.
Bezirksbürgermeister und Stadträte haben daher trotz
ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahl beamten inne.
Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden
Bür ger mei sters den Rat der Bürgermeister, der den
Senat berät.
Die Gliederung und Aufgaben der Berliner Verwaltung ergeben sich
aus dem Allgemeinen Zuständigkeitsgesetz (AZG). Seit der
Wiedervereinigung wird in Berlin in vielen Teilschritten eine
umfassende Verwaltungsreform vorgenomme
Freizeit
und Erholung
In Berlin
sind etwa 18 Prozent der Stadtfläche bewaldet. Die Stadtforstverwaltung
Berliner Forsten verwaltet mit zirka 29.000 Hektar die größte
Stadtwaldfläche Deutschlands. Zu den größten Wäldern
gehört der Grunewald, der von der Grunewaldseenkette durchzogen
und im Westen von der Havel begrenzt wird, sowie der Spandauer
Forst im äußersten Nordwesten der Stadt. Der 273 Hektar
große Wannsee ist eine Ausbuchtung der Havel. Mit ihm besitzt
Zehlendorf ein viel besuchtes Naherholungsgebiet, das vor allem
durch das Strandbad Wannsee bekannt ist.
Im Südosten Berlins bildet der Müggelsee mit den Müggelbergen
und dem Strandbad Rahnsdorf ein großes Naherholungsgebiet.
Der Müggelsee ist der größte Berliner See, er
dehnt sich über 7,4 km² aus (maximal 4,3 km lang; 2,6
km breit) und ist bis zu 8 m tief. Die Müggelberge sind mit
114,7 m über NHN die höchsten Berliner Erhebungen, sie
entstanden während des Pleistozäns. Am Westhang des
Kleinen Müggelbergs wurde von 1959 bis 1961 der neue Müggelturm
errichtet, nachdem der alte im Mai 1958 abgebrannt war. Er bietet
einen weitreichenden Ausblick über die Seen und Wälder
der Umgebung bis hin zur Stadtsilhouette Berlins.
In den urbaneren Bereichen der Stadt haben sich an den Fluss-
und Seenlandschaften der Spree und Havel zahlreiche Strandbars
gegründet.
Sport
In Berlin
gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport
widmen. Einige Vereine sind zusätzlich im Bereich des professionellen
Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball
Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären
und im Basketball Alba. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt
gleich mit drei Vereinen vertreten. Am bekanntesten ist der SC
Charlottenburg. Die Wasserballer der Wasserfreunde Spandau 04
waren von 1979 bis 2007 (Ausnahmen: 1993 und 2006) regelmäßig
deutscher Wasserballmeister. 2007 schafften die Handballer der
Füchse Berlin den Aufstieg in die Handball-Bundesliga.
Jedes Jahr finden in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon,
das Finale des DFB-Pokals sowie das ISTAF statt. Für die
Bewerbung der Olympischen Sommerspiele 2000, die die Stadt an
Sydney, Australien verloren hatte, wurden viele Sportstätten
in und um Berlin errichtet oder renoviert, wie zum Beispiel die
Max-Schmeling-Halle. Am 9. Juli 2006 fand in Berlin das Finale
der Fußball-Weltmeisterschaft statt. Dazu wurde das Olympiastadion
komplett saniert. 2009 wurden dort die Leichtathletik-Weltmeisterschaften
ausgetragen
|